Papst verurteilt politische Laster wie zunehmende Einschüchterungen

"Gute Politik steht im Dienst des Friedens"

Papst Franziskus hat eine "Eskalation von Einschüchterungen" in der Politik sowie unkontrollierten Waffenhandel verurteilt. Ebenso unmoralisch seien "politische Diskurse, welche Migranten aller Übel beschuldigen", schreibt das Kirchenoberhaupt.

 (DR)

Die vom Vatikan am Dienstag veröffentlichte Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag am 1. Januar 2019 trägt den Titel "Gute Politik steht im Dienst des Friedens". Darin betont Franziskus, Frieden könne sich niemals auf "das bloße Gleichgewicht der Kräfte und der Angst beschränken".

Einen anderen zu bedrohen, bedeute, "ihn zum bloßen Objekt zu machen und ihm seine Würde abzusprechen". Vielmehr beruhe Frieden auf "der Achtung jedes Menschen, des Gesetzes und des Gemeinwohls einschließlich der Schöpfung.

Zu Menschenrechten gehören auch Pflichten

Gleichzeitig erinnert Papst Franziskus an den 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Zu diesen Rechten gehörten auch Pflichten - der Politik wie jedes einzelnen Menschen. Insofern sei Frieden "das Ergebnis eines großen politischen Projekts, das auf gegenseitiger Verantwortung und wechselseitiger Abhängigkeit" beruhe, und eine Herausforderung, der sich jeder Mensch "Tag für Tag stellen muss", so der Papst.

Jeder Mensch, besonders auch jeder Christ, sei verpflichtet, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten politisch zu engagieren, schreibt Franziskus unter Berufung auf seine Vorgänger Paul VI. (1963-1978) und Benedikt XVI. (2005-2013) weiter.

Gutes politisches Handeln müsse beseelt sein von den Tugenden der "Gerechtigkeit, Gleichheit, gegenseitigem Respekt, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Treue". Jede Wahl, jede Amtsperiode biete Gelegenheit, zu diesen Tugenden zurückzukehren.

Junge Menschen in Gesellschaft beteiligen

Ganz besonders diene gute Politik dem Frieden, wenn sie jungen Menschen die Möglichkeit gebe, die Zukunft mitzugestalten. Dagegen verurteilt der Papst eine Politik, die nur dem eigenen Machterhalt und den Interessen einzelner Gruppen statt dem Gemeinwohl dient.

Scharf verurteilt er politische Laster wie Korruption, Rechtsverweigerung, Gewalt, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sowie unbegrenzte Ausbeutung natürlicher Ressourcen.

Der Weltfriedenstag der katholischen Kirche wird seit 1968 jährlich am 1. Januar begangen; er geht zurück auf eine Initiative Papst Pauls VI. (1963-1978). Zum Weltfriedenstag veröffentlicht der Papst jeweils vorab eine Weltfriedensbotschaft, in der er ein Thema näher erörtert.

Papst kritisiert fehlenden Willen zu Frieden und Klimaschutz  / © Andrew Medichini (dpa)
Papst kritisiert fehlenden Willen zu Frieden und Klimaschutz / © Andrew Medichini ( dpa )
Quelle:
KNA
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