Papst prangert Ausgrenzung von Senioren an

Forderung: Generationsübergreifende Gesellschaft

Papst Franziskus hat eine Ausgrenzung alter Menschen angeprangert. In "unserer Leistungsgesellschaft scheint kein Platz für die Alten zu sein", sagte er bei seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Papst Franziskus (dpa)
Papst Franziskus / ( dpa )

Papst Franziskus appellierte an die Gesellschaft, Platz zu schaffen für die älteren Menschen. Besonders die Kranken und Einsamen unter ihnen dürften nicht ihrem Schicksal überlassen und wie Fremde behandelt werden. Sie seien die "Weisheitsreserve der Gesellschaft". Es gelte auch zu bedenken, dass jeder früher oder später selbst zu den Alten zählen werde, so Franziskus. Vielfach würden alte Menschen heute als "Ballast angesehen und ausgesondert", weil sie nichts produzierten, sagte der Papst weiter.

Weise Bereicherung

Dank des medizinischen Fortschrittes lebten wir länger. Aber die Gesellschaft habe sich nicht "erweitert“ für das lange Leben. Vielmehr werde das Alter wie eine Krankheit behandelt. Die älteren Menschen seien jedoch eine Bereicherung für uns, betonte Franziskus, die nicht ignoriert werden könne. Der Papst berief sich auf Benedikt XVI., der in einem Altersheim sagte, dass die Qualität einer Gesellschaft daran gemessen werden könne, wie ältere Menschen behandelt werden.Das führe dazu, dass sich die Betroffenen oft selbst als Last empfänden und mit ihren Schwierigkeiten auf sich allein gestellt blieben.

Generationsübergreifender Dialog

Papst Franziskus verurteilte diese Kultur des Ausschlusses. Älteren Menschen könnten nicht mehr mithalten mit der unmenschlichen Leistungsgesellschaft. Es sei "hässlich zu sehen, wie ältere Menschen entsorgt werden. Das ist eine hässliche Sache, das ist eine Sünde!“

Zugleich rief der Papst zum Dialog zwischen den Generationen auf. "Wo den Alten keine Achtung entgegengebracht wird, gibt es keine Zukunft für die Jungen", so Franziskus. Nachdem er in seiner Ansprachenreihe über die Familie, zunächst über Mütter, Väter und Kinder gesprochen hatte, widmete er sich am Mittwoch erstmals den Großeltern.

Quelle:
rv , KNA