Papst Leo XIV. warnt vor Fixierung auf Online-Kommunikation

Likes ersetzen keine Nähe

Leo XIV. ist der erste Papst, der im Digitalen zuhause ist. Wenn er junge Leute trifft, spricht er oft über Schattenseiten des Online-Lebens. Die Fixierung auf Links und Likes sieht er skeptisch. Dafür wird er gefeiert.

Influencer mit ihren Handys / © DisobeyArt (shutterstock)
Influencer mit ihren Handys / © DisobeyArt ( shutterstock )

Papst Leo XIV. hat junge Menschen vor einem Verblassen der persönlichen Erfahrungen durch die Fixierung auf Online-Kommunikation gewarnt. Bei einem Treffen mit katholischen Jugendlichen aus dem Bistum Rom erinnerte er am Samstagabend im Vatikan an die lebendigen Begegnungen und das gemeinsame Beten beim Heiligen Jahr in Rom.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Ausgehend vom Erfahrungsbericht eines Jugendlichen sagte er, im täglichen Leben fühlten viele junge Menschen sich heute einsam, enttäuscht, verloren und gelangweilt. "Wenn dieses Grau die Farben eures Lebens eintrübt, erkennen wir, dass man auch inmitten vieler Menschen einsam sein kann." In dieser Situation zeige "die Einsamkeit ihr schlimmstes Gesicht: Niemand hört mehr zu, weil man im Lärm der Meinungen untergeht; man sieht nichts mehr, weil man von Bildschnipseln geblendet wird."

Weiter sagte der Papst: "Ein Leben von Links ohne Beziehungen oder von Likes ohne Zuneigung bringt uns Enttäuschungen, weil wir für die Wahrheit gemacht sind. Wenn die fehlt, leiden wir." Dagegen riet der Papst den jungen Menschen, den Kontakt mit anderen Menschen, mit der Schöpfung und mit Jesus zu suchen, und sagte: "Die eine Erde ernährt alle Menschen, und ein und dieselbe Sonne erleuchtet alle Dinge." Die Sonne, die nie untergehe, sei die "Sonne der Gerechtigkeit, und das ist Christus".

Papst telefoniert mit seiner Nichte

Bevor er seine vorbereitete Rede hielt, sprach Leo XIV. unter dem begeisterten Beifall der Jugendlichen mehrere Minuten lang frei und ohne Manuskript. Er berichtete dabei unter anderem vom kürzlichen Anruf einer Nichte, die ihn gefragt habe, woher er angesichts der vielen schlimmen Probleme in der Welt seine Kraft nehme. "Ein Teil der Antwort seid ihr! Wir sind nicht allein!", rief der Papst den Jugendlichen zu.

Zu dem Treffen mit Leo XIV., das in der großen Audienzhalle des Vatikans angesetzt war, kamen viel mehr Menschen als geplant, sodass auch die anliegenden Plätze bei weitem überfüllt waren. Über Bildschirme grüßte der Papst auch die Tausenden, die draußen in der Kälte standen.

Die Gebetsanliegen des Papstes 2026

Januar: Für das Gebet mit dem Wort Gottes

Wir beten, dass das Gebet mit dem Wort Gottes Nahrung für unser Leben und Quelle der Hoffnung in unseren Gemeinschaften sei und uns hilft, eine geschwisterlichere und missionarische Kirche aufzubauen. 

Februar: Für Kinder mit unheilbaren Krankheiten

Wir beten, dass die von unheilbaren Krankheiten betroffenen Kinder und ihre Familien die medizinische Betreuung und die notwendige Unterstützung erhalten, ohne je die Kraft und die Hoffnung zu verlieren. 

Eine Ordensschwester im Gebet (shutterstock)
Quelle:
KNA