Papst Leo XIV. empfängt Kardinal Zen aus Hongkong

Kritiker der vatikanischen Chinapolitik

Der chinesische Kardinal Joseph Zen gehört zu den ältesten Kardinälen. Er übt oft unverblümt Kritik an der Führung in Peking, aber auch am Vatikan. Nun hat Papst Franziskus den konservativen Kardinal in Audienz empfangen.

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, emeritierter Bischof von Hong Kong (China), beim Eintritt zum Gottesdienst in die Saint Vincent Ferrer Church am 15. Februar 2020 in New York. / © Gregory A. Shemitz/CNS photo (KNA)
Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, emeritierter Bischof von Hong Kong (China), beim Eintritt zum Gottesdienst in die Saint Vincent Ferrer Church am 15. Februar 2020 in New York. / © Gregory A. Shemitz/CNS photo ( KNA )

Papst Leo XIV. hat den chinesischen Kardinal Joseph Zen (93) in Audienz empfangen. Dies teilte das vatikanische Presseamt am Mittwoch wie üblich ohne nähere Angaben mit. Zen hält sich aus Anlass eines Treffens aller Kardinäle mit dem Papst in Rom auf, das am Donnerstagabend endet. Bei dem "außerordentlichen Konsistorium" werden Zukunftsfragen der katholischen Kirche erörtert.

Der frühere Erzbischof von Hongkong hatte sich in den vergangenen Jahren als Kritiker der vatikanischen Chinapolitik sowie als Gegner innerkirchlicher Reformen profiliert. 2023 schickte er gemeinsam mit vier weiteren Kardinälen eine Liste kritischer Fragen an den damaligen Papst Franziskus.

Befürworter der lateinischen Messform

Darin ging es unter anderem darum, ob mehr Mitbestimmung in der Kirche zulässig und eine liberalere Haltung gegenüber homosexuellen Paaren mit der kirchlichen Lehre vereinbar ist. Zudem äußerte sich Zen wiederholt als Befürworter der alten Form der lateinischen Messe und verurteilte die Einschränkungen dieser Form der Liturgie durch Papst Franziskus.

Die vatikanische Chinapolitik, die unter Franziskus eine Verständigung zwischen Staat und Kirche bei der Ernennung von Bischöfen anstrebte, kritisierte Zen scharf. Er unterstützte die Proteste demokratischer Kräfte in Hongkong gegen die kommunistische Führung in Peking und wurde dafür im Mai 2022 kurzzeitig verhaftet.

Quelle:
KNA