Papst Leo XIV. hat Leugner objektiver wissenschaftlicher Fakten wie etwa des Klimawandels kritisiert.
"Zu viele in unserer Welt weigern sich, anzuerkennen, was Wissenschaft und Kirche unmissverständlich lehren: dass wir eine ernste Verantwortung für die Bewahrung unseres Planeten und für das Wohl seiner Bewohner tragen, insbesondere der Schwächsten, deren Leben durch die rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur gefährdet ist", sagte er am Montag im Vatikan.
Dies sei eine "heimtückische Bedrohung" für Wissenschaft und Religion. "Genau deshalb ist das Bekenntnis der Kirche zu strenger, ehrlicher Wissenschaft nicht nur wertvoll, sondern unerlässlich", sagte er bei einer Audienz für Mitglieder des Stiftungsrats der Vatikanischen Sternwarte.
Glaube versus Wissenschaft?
Weiter verwies er auf die Neugründung der Sternwarte vor 135 Jahren durch Leo XIII. (1878-1903), auf den sich der seit einem Jahr amtierende Pontifex mit seinem Papstnamen beruft. Damals sei die Wissenschaft zunehmend als konkurrierende Quelle der Wahrheit zur Religion dargestellt worden. Daher habe die Kirche die dringende Notwendigkeit gesehen, der wachsenden Wahrnehmung entgegenzuwirken, Glaube und Wissenschaft seien Feinde, so Leo XIV.
Die Astronomie nehme hier eine besondere Stellung ein. "Die Fähigkeit, Sonne, Mond und Sterne voller Staunen zu betrachten, ist ein Geschenk, das jedem Menschen unabhängig von Stand oder Lebensumständen gegeben ist."
Nachthimmel als Schatz der Schönheit
Der Blick in den Himmel lade dazu ein, "unsere Ängste und Schwächen im Lichte der Unermesslichkeit Gottes zu erkennen", so der erste US-Amerikaner im Papstamt. "Der Nachthimmel ist ein Schatz der Schönheit, der allen offensteht – ob reich oder arm – und in einer so schmerzlich gespaltenen Welt ist er eine der letzten wahrhaft universellen Quellen der Freude."
Tragischerweise sei selbst dieses Geschenk nun bedroht, verwies er auf Papst Benedikt XVI. (2005-2013). "Wir haben unseren Himmel mit künstlichem Licht erfüllt, das uns blind macht für das Licht, das Gott dort platziert hat", zitierte er Benedikts Worte von 2012.
Die Vatikan-Sternwarte, weltweit eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art, musste aufgrund zunehmender Lichtverschmutzung selbst zwei Mal den Standort wechseln. In den 1930er Jahren zog sie aus Rom in das dunklere Castel Gandolfo in den Albaner Bergen. Doch weil es auch dort immer heller wurde, findet ein großer Teil der Beobachtungen heute in einem Observatorium auf dem 3.270 Meter hohen Mount Graham in Arizona statt. Das Forschungszentrum in den USA ist heute eines der weltweit größten und modernsten.