Papst Leo XIV. hat am Samstag vier römische Pfarrer zu Bischöfen geweiht. Sie werden von nun an als Weihbischöfe die vier Außenbezirke des italienischen Hauptstadt-Bistums leiten. An dem feierlichen Gottesdienst in der Lateranbasilika, der Bischofskirche des Papstes, nahmen Tausende Priester und andere Gläubige aus dem Bistum Rom teil.
Ein Weihbischof, in anderen Sprachen als "Hilfsbischof" bezeichnet, ist ein geweihter Bischof, leitet aber nicht ein ganzes Bistum, sondern in der Regel einen Bistums-Teilbezirk. Weihbischöfe gibt es nur in größeren Bistümern.
Rekordzahl an geweihten Bischöfen
Im Einzelnen erteilte der Papst den römischen Pfarrern Andrea Carlevale (55), Stefano Sparapani (69), Marco Valenti (65) und Alessandro Zenobbi (56) die Bischofsweihe. Durch die Weihe hat die Diözese Rom vorübergehend eine Rekordzahl an geweihten Bischöfen. Neben den vier neuen Weihbischöfen gibt es noch den für das Priesterseminar zuständigen Weihbischof Michele Di Tolve sowie den sogenannten Vicegerente (stellvertretenden Leiter) des Bistums, Bischof Renato Tarantelli Baccari.
Über allen steht zudem Kardinal Baldassare Reina, der im Auftrag des Papstes faktisch die Funktionen des Bischofs von Rom ausübt. Mit 2,6 Millionen Katholiken und 332 Pfarreien ist das Bistum Rom nach Mailand das zweitgrößte in Italien und eines der größten in Europa. Bischof ist der Papst, das Bistum untersteht unmittelbar dem Heiligen Stuhl.
Das Bistum Rom besteht nach einer vorübergehenden Reform von Papst Franziskus, die Leo XIV. kassierte, nun wieder aus einem Zentralbezirk und vier Außenbezirken. In diesen Peripherien gibt es etliche soziale Brennpunkte mit erheblicher Verwahrlosung und schwerer Kriminalität.
"Kirche als Feldlazarett"
In seiner Predigt in der Lateranbasilika erinnerte Leo XIV. die neuen Weihbischöfe an seinen Vorgänger Franziskus, der die Kirche als "Feldlazarett" bezeichnet hatte. Er ermutigte die neuen Weihbischöfe, zu den Menschen am Rande der Gesellschaft zu gehen. "Niemand ist davon ausgeschlossen, ein aktiver Teil im heiligen Gebäude der Kirche und in der Geschwisterlichkeit unter den Menschen zu sein", so der Papst.
Wenn die Kirche ein Feldlazarett sei, müssten sie "Seelsorger der Straße" sein und die materiellen und existenziellen Peripherien im Blick haben. "Niemand, wirklich niemand muss sich von Gott verworfen fühlen, und ihr seid die Künder dieser wunderbaren Botschaft, die im Zentrum des Evangeliums steht."
Warnung vor Privilegien-Denken
Zugleich ermahnte der Papst die neuen Weihbischöfe, sich nicht in Privilegien einzurichten, die ihr neues Amt mit sich bringe: "Folgt nicht der mondänen Logik der ersten Plätze, sondern gebt Zeugnis für Christus, der gekommen ist, nicht um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen."