Papst fordert stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel

"Schweres Verbrechen"

Ob sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Sklaverei: Menschenhandel hat viele Gesichter. Mit einem eigenen Welttag erinnert die katholische Kirche an die Opfer. Papst Leo XIV. hat sich mit einer besonderen Botschaft zu Wort gemeldet.

Symbolbild Menschenhandel / © Doidam 10 (shutterstock)

Papst Leo XIV. hat zu einem stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel aufgerufen. Es sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, so Leo XIV. in seiner Botschaft anlässlich des katholischen Welttags gegen Menschenhandel. Der von seinem Vorgänger Franziskus (2013-2025) eingeführte Tag wird jährlich am 8. Februar begangen.

Papst Leo XIV. zelebriert eine Messe zum Jubiläum der Chöre auf dem Petersplatz / © Alessandra Tarantino/AP (dpa)
Papst Leo XIV. zelebriert eine Messe zum Jubiläum der Chöre auf dem Petersplatz / © Alessandra Tarantino/AP ( dpa )
Papst Leo XIV.

"Wahrer Friede beginnt mit der Anerkennung und dem Schutz der von Gott gegebenen Würde jedes Menschen", schreibt Leo XIV. Ihre Missachtung hingegen schüre diese Plage, von der Frauen und Kinder am stärksten betroffen seien. "Geopolitische Instabilität und bewaffnete Konflikte schaffen einen fruchtbaren Boden für Menschenhändler, um die Schwächsten, insbesondere Vertriebene, Migranten und Flüchtlinge, auszubeuten."

Forderung nach einer anderen Kultur

Als besonders beunruhigend bezeichnete der Papst die Zunahme der sogenannten Cyber-Sklaverei. Menschen würden etwa in Online-Betrug oder Drogenschmuggel verwickelt. "In solchen Fällen werden die Opfer dazu gezwungen, die Rolle des Täters zu übernehmen, was ihre seelischen Wunden noch verschlimmert", so Leo XIV. Diese Formen der Gewalt seien keine Einzelfälle, sondern Symptome einer Kultur, die vergessen habe, wie man liebt.

Das katholische Kirchenoberhaupt forderte mehr Aufmerksamkeit für derlei Praktiken. "Bewusstseinsbildung ermöglicht es uns, die verborgenen Mechanismen der Ausbeutung in unserer Nachbarschaft und im digitalen Raum zu erkennen", so Leo XIV. "Letztlich kann die Gewalt des Menschenhandels nur durch eine neue Sichtweise überwunden werden, die jeden Menschen als geliebtes Kind Gottes betrachtet."

Gebetstag gegen Menschenhandel

Der Weltgebetstag gegen Menschenhandel findet jährlich am 8. Februar statt. 2015 hat ihn Papst Franziskus ins Leben gerufen, da Millionen Menchen Opfer von Prostitition, Kinder- und Organhandel sind. Den 8. Februar hat der Papst bewusst gewählt. Es ist der Tag  der Heiligen Josephine Bakhita, die im 19. Jahrhundert im Sudan versklavt wurde und später in Italien dem Orden der Canossianerinnen beitrat (DOMRADIO, 6.2.2021)

Symbolbild Gebet, zu Hause / © PUWADON SANG (shutterstock)
Symbolbild Gebet, zu Hause / © PUWADON SANG ( shutterstock )
Quelle:
KNA