Papst empfängt Trappisten-Abt nach Gerüchten um Klosterschließung

Kloster vor ungewisser Zukunft

Die traditionsreiche Trappisten-Abtei La Trappe in der Normandie soll vor dem Aus stehen. Als Hauptgründe gelten wirtschaftliche Schwierigkeiten und Nachwuchsmangel. Nun hat Papst Leo XIV. den Klostervorsteher im Vatikan getroffen.

Papst Leo XIV. / © Lola Gomez/CNS photo (KNA)
Papst Leo XIV. / © Lola Gomez/CNS photo ( KNA )

Papst Leo XIV. hat am Mittwoch den Abt der französischen Trappistenabtei La Trappe, Thomas Georgeon, im Vatikan empfangen. Das Presseamt des Heiligen Stuhls machte keine näheren Angaben zu Inhalt und Verlauf der Unterredung. 

Das Treffen zwischen dem aus dem Augustinerorden stammenden Papst und dem Trappisten fällt in eine Zeit tiefgreifender Herausforderungen für den traditionsreichen Orden.

Mutterkloster der Trappisten vor ungewisser Zukunft 

Das Mutterkloster der Trappisten, die Abtei La Trappe in der Normandie, steht derzeit vor einer ungewissen Zukunft. Zuletzt wurde bekannt, dass die Mönche erwägen, den Standort bis 2028 aufzugeben. Als Hauptgründe gelten wirtschaftliche Schwierigkeiten, Nachwuchsmangel sowie die zunehmende Überalterung der Gemeinschaft. Zudem konnte eine dringend erforderliche Restaurierung der historischen Gebäude, deren Kosten auf rund zwölf Millionen Euro geschätzt werden, bislang nicht finanziert werden.

Abtei La Trappe, oft als La Grande Trappe bezeichnet, ist ein französisches Zisterzienserkloster in Soligny-la-Trappe, Normandie / © Pack-Shot (shutterstock)
Abtei La Trappe, oft als La Grande Trappe bezeichnet, ist ein französisches Zisterzienserkloster in Soligny-la-Trappe, Normandie / © Pack-Shot ( shutterstock )

Papst Leo XIV. scheint den Trappisten, einem besonders strengen Männerorden der katholischen Kirche, besonders verbunden zu sein. Anfang März berief er den norwegischen Bischof und Trappistenmönch Erik Varden zum Prediger der Besinnungstage für die römische Kurie.

Die Trappisten, die "Zisterzienser der Strengeren Observanz", gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Seit 1892 bilden sie einen eigenständigen Orden. Im 17. Jahrhundert waren sie als Reformbewegung aus dem Zisterzienserorden hervorgegangen.

Zisterzienser und Trappisten

Die Zisterzienser gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Benannt ist der benediktinische Reformorden nach dem 1098 gegründeten Kloster Citeaux bei Dijon. Die hierarchisch-feudale Gliederung unter ein Mutterkloster wie Cluny lehnten die Zisterzienser ab; jedes Kloster ist völlig selbstständig.

Die Betonung von Handarbeit, Bodenkultur, Rodung und Landwirtschaft gaben dem Orden nicht zuletzt eine große Bedeutung bei der deutschen Ostsiedlung. Ortsbezeichnungen wie "-roda" oder "-rod" (Volkenroda, Himmerod) deuten oft auf Zisterzienser-Gründungen hin.

Zisterzienser-Mönche: Die Trappisten sind aus ihnen hervorgegangen / ©  Katharina Ebel (KNA)
Zisterzienser-Mönche: Die Trappisten sind aus ihnen hervorgegangen / © Katharina Ebel ( KNA )
Quelle:
KNA