Papst Leo XIV. hat die jüngste Waffenruhe in Nahost zwischen den USA und dem Iran begrüßt und zum Gebet für die Verhandlungen aufgerufen. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz sagte er am Mittwoch unter dem Beifall Zehntausender Menschen: "Ich begrüße die Nachrichten über den für die Dauer von zwei Wochen vereinbarten Waffenstillstand. Nur durch Verhandlungen kann ein Ende der Feindseligkeiten erreicht werden."
Weiter sagte Leo XIV.: "Ich rufe dazu auf, die schwierigen diplomatischen Bemühungen mit Gebet zu begleiten. Und ich hoffe, dass die Bereitschaft zum Dialog dazu beitragen kann, auch andere Konfliktsituationen in der Welt zu lösen."
Der Papst wiederholte seine Einladung zu einem großen Friedensgebet im Petersdom am Samstagabend, 11. April. Leo XIV., erster gebürtiger US-Amerikaner im Papstamt, wurde vor genau elf Monaten zum Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken gewählt.
"Drohungen nicht akzeptabel"
Am Dienstagabend hatte Leo XIV. die Drohungen des US-Präsidenten im Vorfeld des Waffenstillstands als "nicht akzeptabel" bezeichnet. Die Androhung weitreichender Vernichtung der Infrastruktur sei nicht nur ein Verstoß gegen das Völkerrecht, sondern zeige auch "Hass und den Willen zur Zerstörung". Dem sollten die Menschen den Einsatz für Frieden entgegensetzen, sagte der Papst am Dienstagabend vor Journalisten in seiner Residenz in Castel Gandolfo.
Leo rief die Menschen in allen betroffenen Ländern auf, sich an ihre Regierungen und "an ihre Kongressabgeordneten zu wenden und ihnen zu sagen, sie sollten den Krieg ablehnen". Nach Meinung vieler sei dieser Krieg ein ungerechter Krieg, und nun eskaliere er immer weiter. In diesem Kontext ging der Papst auch auf die weltweite Wirtschaftskrise in Folge des Irankriegs ein und sagte, dieser Krieg löse keine Probleme. Vielmehr führe er zu einer äußerst instabilen Lage im Nahen Osten und provoziere immer mehr Hass weltweit.