Jesuiten: Krise verschlechtert Lage für Asylsuchende in Mexiko

"Pandemie dient nur der Rechtfertigung"

​Die Situation von Zehntausenden Flüchtlingen an Mexikos US-Grenze hat sich während der Pandemie offenbar deutlich verschlechtert. Die Corona-Krise verzögert laut dem Jesuitischen Flüchtlingsdienst die Bewertung der Asylanträge.

Grenze zwischen Mexiko und den USA / © Hans-Maximo Muselik (dpa)
Grenze zwischen Mexiko und den USA / © Hans-Maximo Muselik ( dpa )

Die Behörden sind kaum in der Lage, die auf ein Asylverfahren in den USA wartenden Menschen ausreichend zu versorgen, wie der Jesuitische Flüchtlingsdienst USA (JRS) am Mittwoch mitteilte.

Laut JRS-Bericht schickten die USA seit Mitte März mehr als 20.000 Migranten aus den USA nach Mexiko zurück, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, einen Asylantrag zu stellen. Weitere rund 64.000 Menschen, die bis heute an der Südgrenze der USA angekommen sind, dürfen demnach nicht in die USA einreisen. Grundlage dafür sei die umstrittene Migrationspolitik der US-Regierung. Für die Asylsuchenden bedeute das, solange in Mexiko warten zu müssen, bis ihr Asylantrag von den US-Behörden bearbeitet werde.

Politischer Schritt Trumps

Die Corona-Krise verzögert den Angaben zufolge die ohnehin schon lange juristische Bewertung der Asylanträge zusätzlich, da viele US-Gerichte in den vergangenen Wochen nur teilweise oder gar nicht arbeiteten. Die US-Heimatschutzbehörde hatte angekündigt, die Gerichtstermine für Asylentscheidungen um einen weiteren Monat zu verschieben.

Dies sei der jüngste Schritt von US-Präsident Donald Trump, den Zugang zu Asyl zu beschränken, so der Jesuitische Flüchtlingsdienst. Das Vorgehen gegen Flüchtlinge habe nichts mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit zu tun. Die Pandemie werde lediglich als Rechtfertigung für die Schließung der Grenze genutzt, die Trump seit seiner Wahl als Ziel verfolge.

Quelle:
KNA