Palästinensische Christen protestieren gegen Landverkäufe

Aufregung in Jerusalem

Orthodoxe Palästinenser protestieren gegen Patriarch Theophilos III. und den Verkauf von Kirchenland an isralische Investoren. Sie sprechen von "unzulässigen Landgeschäften" und fordern Konsequenzen.

Patriarch Theophilos III. / © Andrea Krogmann (KNA)
Patriarch Theophilos III. / © Andrea Krogmann ( KNA )

Hunderte palästinensische Christen haben am Montag gegen den Verkauf von Kirchenland an israelische Investoren durch den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., protestiert. Bei Protestveranstaltungen vor der Grabeskirche in Jerusalem und der Geburtskirche in Bethlehem forderten sie die Absetzung des Patriarchen, wie arabischsprachige Onlinemedien am Montag berichteten.

Schutz von Kirchengütern und der Religion

Patriarch Theophilos III. und seine "Kollaborateure" müssten abgesetzt und für die "unzulässigen Landgeschäfte" zur Rechenschaft gezogen werden, forderten die Veranstalter der Demonstrationen in einer Pressemitteilung. Organisatoren der Proteste sind das orthodoxe Zentralkomitee in Palästina und die orthodoxe Jugendbewegung.

Sie forderten ferner ein Ende der ausländischen "Dominanz" im griechisch-orthodoxen Patriarchat. Der Patriarch und der ausländische Klerus repräsentiere nicht die einheimischen palästinensischen Christen. Die Demonstrations-Veranstalter riefen die palästinensischen Christen laut dem Medienbericht zum "aufrechten Widerstand" gegen jene auf, "die unsere Religion und Identität kontrollieren". Außerdem forderten sie den Schutz von Kirchengütern.

Verkauf von 50 Hektar Kirchenland in Westjerusalem

Laut der Mitteilung soll das Patriarchat Kirchenbesitz in Westjerusalem, Jaffa und Caesarea veräußert haben. Bei dem in der vergangenen Woche bekanntgewordenen "Rehavia-Deal" geht es Berichten zufolge um den Verkauf von 50 Hektar Kirchenland in Westjerusalem an jüdische Investoren. Die Palästinenserregierung wie auch jordanische Abgeordnete hatten einen Stopp des Verkaufs gefordert. Dieser diene nicht den Interessen der orthodoxen Christen in Palästina.

Das Patriarchat hatte gegenüber palästinensischen Medien den Landverkauf dementiert. Vielmehr habe man seine finanziellen Rechte an Ländereien gesichert, die Israel in 1951 eingenommen habe. Bereits vor zwölf Jahren stürzte Alt-Patriarch Irinaios I. (2001-2005) über einen Skandal um undurchsichtige Landverkäufe an jüdische Investoren. Er befindet sich seither im Patriarchat hinter Gittern in Klosterhaft.

Quelle:
KNA