Martinszüge in NRW dürfen wieder starten

Oft kleinere Formate

Trotz deutlich zulegender Corona-Infektionszahlen dürfen dieser Tage wieder Martinszüge in NRW starten. Viele Kirchengemeinden setzen aber eher auf kleinere Formate.

St. Martinszug / © Oliver Berg (dpa)
St. Martinszug / © Oliver Berg ( dpa )

Nach der Corona-bedingten Zwangspause des vergangenen Jahres ziehen in diesen Tagen wieder Martinszüge durch die nordrhein-westfälischen Städte. Trotz der zuletzt deutlich gestiegenen Neuinfektionen erlaubt das Land Veranstaltungen zum Martinsfest ohne maßgebliche Einschränkungen, sofern nicht mehr als 2.500 Personen daran teilnehmen, wie das NRW-Gesundheitsministerium in Düsseldorf mitteilt. Wenn sich mehr als 2.500 Kinder und Jugendliche an einem Martinszug beteiligen, unterliegen die erwachsenen Teilnehmer oder Zuschauer der 3-G-Regel.

Corona-Bedingungen

Kinder im Vorschulalter, für die noch kein Impfstoff vorliegt, wie auch die übrigen Schulkinder gelten außerhalb der Ferien als getestet, da sie in den Schulen regelmäßig Tests durchführen. Die 3-G-Regel gilt daher nur für begleitenden oder zuschauende Erwachsene, wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilt. Da es bei Martinszügen naturgemäß keine "Eingangskontrollen" gibt, reiche es aus, wenn vom Veranstalter durch die Presse oder durch Aushänge oder Elternbriefe auf das 3-G-Erfordernis hingewiesen und dies dann vor Ort stichprobenartig kontrolliert wird.

Nach der Corona-Schutzverordnung des Landes, die zunächst bis zum 24. November dieses Jahres in Kraft ist, gilt für Veranstaltungen im Freien daneben lediglich, dass das Tragen einer Maske empfohlen wird, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Unabhängig von den landesweiten Vorgaben der Corona-Schutzverordnung können Veranstalter aber die Teilnahmebedingungen auch mit strengeren Vorgaben versehen.

Kleinere Martinszüge

Viele Städte setzen aufgrund der unsicheren Lage dieses Jahr lieber auf kleinere Martinszüge. Das ist unter anderem in Bonn der Fall. "Es wird eine kleinere, aber gute Alternative geben", erklärt der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken. Die Kinder seien mit Laternen am Nachmittag des 8. November um 17 Uhr zum Martinsspiel und Liedersingen in den Bonner Münster eingeladen. Anschließend folge ein Zug durch den historischen Kreuzgang und zurück in die Basilika.

Die Durchführung des großen Martinszugs sei nicht möglich, weil sich die meisten Schulen und Kitas noch vor dem Ferienbeginn abgemeldet und alternative Formate entwickelt hätten, betont der Stadtdechant. Das Stadtdekanat habe im Voraus bereits die Teilnehmerzahl reduziert, um unter die Größenordnung von 2.500 Teilnehmern zu kommen und damit nur leichter umsetzbare Corona-Regeln beachten zu müssen. Aufgrund der dann verschärften städtischen Auflagen hätten die Schulen und Kitas ihre Teilnahmen an dem großen Martinszug aber abgesagt.

Zahlreiche Züge geplant

Größer plant dagegen die katholische Kirche in Wuppertal. Für den Martinszug der Citykirche Wuppertal am 10. November liegen nach Angaben der Gemeinde bereit mehr als 2.500 Ticketanfragen vor. Als Veranstalterin werde die Citykirche nun stichprobenartig 3-G-Kontrollen durch einen zertifizierten Wach- und Sicherheitsdienst beim Zugang zum Zugweg durchführen lassen.

Auch in Aachen sind zahlreiche kleinere Umzüge geplant. "Die Sankt-Martinszüge haben im Kita- und Schulleben eine hohe Bedeutung, weil sie gemeinschaftsstiftend sind und gerade in diesen Zeiten auch die wichtige Botschaft von Solidarität und Zusammenhalt transportieren", sagt der Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen, Heinrich Brötz. "Daher bin ich froh, dass die Umzüge unter den genannten Bedingungen wieder möglich sind."

In der Nachbarstadt Köln stehen ebenfalls zahlreiche Umzüge auf dem Programm. Allein für die Kölner Innenstadt sind in den kommenden Tagen rund 30 Martinszüge angemeldet.

Autor/in:
Michael Bosse
Quelle:
epd