Ökumenischer Pilgerweg

Kölner Klimaschutz-Akteure vernetzen sich

Wie können wir CO2 einsparen? Diese Frage beschäftigte die Gäste des Kölner Klimaschutzabends am Mittwoch. Klimaschutzakteure aus Kirche, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Stadt tauschten sich über verschiedene Konzepte zur Energieeinsparung aus.

Klimaschutzabend - Nachhaltigkeit im Erzbistum Köln / © Mareike Thieben (kja)
Klimaschutzabend - Nachhaltigkeit im Erzbistum Köln / © Mareike Thieben ( kja )

Der Abend fand im Rahmen des "Ökumenischen Pilgerweges für Klimagerechtigkeit" statt. Seit dem 13. September sind Menschen zu Fuß von Flensburg auf dem Weg nach Paris, wo am 30. November die Weltklimakonferenz startet. Fünf Pilger laufen die gesamte Strecke, zahlreiche Menschen pilgern etappenweise mit.

Der Umweltbeauftragte des Erzbistums Köln, Tobias Welz, stellte das Klimaschutzkonzept der Diözese vor. "moveo" heißt dieses Konzept für Energie und Nachhaltigkeit. "Gebäude, Mobilität und Beschaffung bilden die drei Säulen von moveo", so Welz. Die Gebäude sollen energieeffizient betrieben werden, die Mitarbeiter im Erzbistum Köln sollen klimafreundlich unterwegs sein und die Beschaffung von Produkten soll fair und ökologisch sein.

Umweltschutz in die Kirchengemeinden tragen

Doch wie erreicht Welz die rund 2 Millionen Katholiken im Erzbistum mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit? "Wir möchten zwei Klimaschutzmanager einstellen, die Gemeinden und Verbände dabei begleiten, das Klimaschutzkonzept umzusetzen. Beispielsweise sollen sie Gemeinden beim Energiecontrolling beraten, also bei der Optimierung ihres Verbrauchs", erklärte Welz.

Auch in allen Abteilungen der Verwaltung des Erzbistums sensibilisieren Umweltpaten für das Thema Klima. Beispielsweise in der Jugendseelsorge achten diese auf eine klimaneutrale Gestaltung von Veranstaltungen. Hanser Brandt-von Bülow, evangelischer Pfarrer und stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord, betonte ebenso die Bedeutung der Vernetzung mit den Gemeinden. Eine Kultur des "Besserwissens" bringt niemanden in Umweltfragen weiter, so Brandt-von Bülow.

Handys recyceln und Rohstoffe gewinnen

In einer zweiten Diskussionsrunde stellten Projektmanager konkrete Beispiele vor. Till von Podoll präsentierte sein Recycling-Projekt "Mobile-Box" für alte Handys: Bundesweit sammelt er in über 200 Recycling-Kisten Mobiltelefone. Die gesammelten Geräte werden anschließend geschreddert, um die wertvollen Metalle und Erze wiederzuverwenden. "In deutschen Haushalten liegen nicht nur Handys sondern wichtige Ressourcen, die wir wiederverwenden können", argumentiert von Podoll. Der Erz- und Goldabbau gilt als sehr umweltschädlich, da giftige Stoffe zum Einsatz kommen.

Vernetzung ist für den Klimaschutz essentiell. Gerade in Kirchengemeinden ist jeder einzelne aufgerufen, sein Wissen einzubringen und sich zu vernetzen. 

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