Renovabis erachtet gute Beziehungen in Osteuropa immer wichtiger

Ökumene als Vorbild des Respekts

Kirchenvertreter aus Mittel- und Osteuropa haben die wachsende Bedeutung der ökumenischen Beziehungen in der Region hervorgehoben. Angesichts von immer mehr konfessionslosen Menschen würde ein enges Verhältnis zwischen den Konfessionen immer wichtiger.

Renovabis engagiert sich für Mittel- und Osteuropa (Ren)
Renovabis engagiert sich für Mittel- und Osteuropa / ( Ren )

Das sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch am Mittwoch beim Auftakt eines internationalen Kongresses des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis. In der Deutschen Bischofskonferenz ist Koch für Renovabis zuständig.

Der Belgrader katholische Erzbischof Stanislav Hocevar erklärte, für die Völker auf dem Balkan sei es das größte Problem, zu einer einheitlichen Interpretation ihrer konfliktreichen Geschichte zu kommen. Dafür seien Begegnungen und Dialoge notwendig, die von Renovabis gefördert würden, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz für Serbien und Montenegro, der dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen angehört.

Vorbilder im Respekt

Die Äbtissin der Prager Benediktinerinnenabtei Venio, Francesca Simuniova, betonte, in ihren ökumenischen Beziehungen müssten die Christen Vorbilder darin sein, Besonderheiten wechselseitig zu respektieren. Dann hätten sie auch eine "missionarische Ausstrahlung" auf anderen Menschen.

Der russisch-orthodoxe Theologe Evgeny Pilipenko vom Moskauer Patriachat warnte vor einer abgehobene Form der Ökumene, die nur von Fachleuten getragen werde. Die Beziehungen zwischen den Kirchen müssten stärker auch in den Gesellschaften der beteiligten Länder verankert werden.

Auch kontrovers diskutieren

Der scheidende Renovabis-Hauptgeschäftsführer Christian Hartl betonte, im Rahmen des Hilfswerks sei "ein Netz von Beziehungen und Freundschaften gewachsen, in dem auch kontroverse Themen diskutiert werden können". Überdies trete Renovabis "anwaltschaftlich" für die Anliegen der Menschen im Osten Europas ein, die im Westen oft zu kurz kämen. Hartls Nachfolger ab 1. Oktober, Thomas Schwartz, erklärte, das Hilfswerk sehe seine Partner nicht als "Bittsteller", sondern fördere deren Projekte "auf Augenhöhe".

Der zweitägige Kongress steht unter dem Motto "'Alle sollen eins sein'. Ökumene in Mittel- und Osteuropa - Aufgabe und Bereicherung". Die Veranstaltung hat über 260 Teilnehmende, davon 60 präsent in der Katholischen Akademie. Seit der Gründung vor 28 Jahren hat Renovabis rund 25.200 Projekte mit insgesamt 800 Millionen Euro gefördert.

Erzbischof Heiner Koch (Archiv) / © Juergen Loesel (KNA)
Erzbischof Heiner Koch (Archiv) / © Juergen Loesel ( KNA )
Quelle:
KNA