Nuntius in Syrien warnt vor Auseinanderbrechen des Landes

Kein Licht am Ende des Tunnels

Der Vatikan-Botschafter in Syrien, Kardinal Mario Zenari, hat vor einem Auseinanderbrechen des Bürgerkriegslandes gewarnt. "Das wäre eine Katastrophe für die ganze Region", sagte er am Wochenende dem kirchlichen Pressedienst SIR.

Ein Mann fährt mit seinem Fahrrad durch die zerstörte Stadt Duma / © Hummam Sheikh Ali (dpa)
Ein Mann fährt mit seinem Fahrrad durch die zerstörte Stadt Duma / © Hummam Sheikh Ali ( dpa )

Der Vatikandiplomat kritisierte, der syrische Konflikt sei in der internationalen Wahrnehmung in den Hintergrund gerückt. Kriege, die sich zu lange hinzögen, ereile leider allzu oft der "harte Schlag der Vergessenheit", so der Kardinal.

"Moralische Waffen" werden eingesetzt

Dabei sei die Lage in vielerlei Hinsicht schlimmer denn je. Früher sei es darum gegangen, Bomben und Raketen auszuweichen. Mittlerweile stelle die Armut das größte Problem dar, unter der 80 Prozent der Bevölkerung litten. Das hindere die Menschen daran, "Licht am Ende des Tunnels" zu sehen. Hinzu komme ein Mangel an politischen Gestaltungsmöglichkeiten.

Der Vatikan setze sich inmitten dieser Gemengelage für eine nachhaltige Lösung ein, versicherte Zenari. Man verfüge über "moralische Waffen", die eingesetzt würden, um Dialog und Verhandlungen zu fördern. Der Papstbotschafter war am Freitag von Franziskus empfangen worden. Zu den Inhalten des Gesprächs machte der Vatikan keine Angaben.

Mario Zenari, Vatikan-Botschafter in Syrien / © Stefano dal Pozzolo (KNA)
Mario Zenari, Vatikan-Botschafter in Syrien / © Stefano dal Pozzolo ( KNA )
Quelle:
KNA
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