Bischöfe gegen Entsorgung radioaktiven Fukushima-Wassers

Nicht ins Meer!

Japan will das Wasser, dass die Brennelemente des Kernreaktors in Fukushima kühlt, ins Meer ableiten. Heftiger Protest kommt von Bischöfen und Wissenschaftlern. Es gebe jedoch keine andere Möglichkeit, so der japanische Umweltminister. 

Trauer in Fukushima: Eine Frau betet und legt Blumen am Unglücksort nieder   / © Koichi Kamoshida (dpa)
Trauer in Fukushima: Eine Frau betet und legt Blumen am Unglücksort nieder / © Koichi Kamoshida ( dpa )

Katholische Bischöfe in Südkorea und Japan lehnen die Entsorgung radioaktiven Wassers aus dem zerstörten Kernkraftwerk Fukushima ins Meer entschieden ab. Nach jahrelangen Debatten haben die japanischen Behörden beschlossen, eine Million Tonnen Wasser ins Meer abzuleiten.

"Wir sind gegen die Einleitung von tritiumhaltigem Wasser, einem gereinigten und behandelten radioaktiven Material, in den Ozean", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der koreanischen und japanischen Bischofskommissionen, wie der asiatische Pressedienst Ucanews am Mittwoch berichtete.

Demnach heißt es in der Erklärung weiter: "Das wird Auswirkungen auf Menschen und Natur haben. Es wird den Menschen auf der ganzen Welt größere Angst machen und Schaden zufügen." Kritik an der Entsorgung des radioaktiven Wassers im Meer äußern auch Wissenschaftler, Umweltorganisationen und Fischerverbände.

Minister: Kapazität der Tanks erschöpft

Das Wasser wurde 2011 nach der Kernschmelze in der Atomanlage von Fukushima zur Kühlung der Brennstoffkerne genutzt und in 960 Tanks gesammelt. Die Speicherkapazität der Tanks ist spätestens 2022 erschöpft. Es gebe keine andere Möglichkeit, als das Wasser im Meer "zu entsorgen und zu verdünnen", sagte der damalige Umweltminister Yoshiaki Harada im September 2019 gegenüber japanischen Medien.

Papst Franziskus hatte im November 2019 in Tokio bei einem Zusammentreffen mit Opfern der Dreifachkatastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze seine "Sorge über die fortdauernde Nutzung der Kernenergie" geäußert.

Quelle:
KNA