Nicaragua lässt Bankkonten von Jesuiten-Uni einfrieren

"Aggression der Diktatur"

Das sandinistische Regime in Nicaragua geht mit immer neuen Schikanen gegen die katholische Kirche des Landes vor. So ließ die Regierung die Bankkonten der von Jesuiten geleiteten Universidad Centroamericana in Managua einfrieren.

Ein Kugelschreiber und ein Taschenrechner liegen auf einem Kontoauszug / © A.Basler (shutterstock)
Ein Kugelschreiber und ein Taschenrechner liegen auf einem Kontoauszug / © A.Basler ( shutterstock )

Lokalen Medienberichten zufolge soll auch das gesamte Immobilienvermögen der Hochschule unter staatliche Kontrolle gestellt worden sein.

"Aggression der Diktatur" gegen katholische Bildungseinrichtung

Managuas im Exil lebender Weihbischof Silvio Baez verurteilte auf der Online-Plattform X (früher Twitter) die "Aggression der Diktatur" gegen die katholische Bildungseinrichtung.

Papst Franziskus (l.); Kardinal Leopoldo Jose Brenes Solorzano (m.), Erzbischof von Managua (Nicaragua) und Jose Silvio Baez Ortega (r.), Weihbischof in Managua im Jahr 2017 / © Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus (l.); Kardinal Leopoldo Jose Brenes Solorzano (m.), Erzbischof von Managua (Nicaragua) und Jose Silvio Baez Ortega (r.), Weihbischof in Managua im Jahr 2017 / © Romano Siciliani ( KNA )

Nicaraguas Kirche, Nichtregierungsorganisationen und unabhängige Medien prangerten in den vergangenen Jahren immer wieder Menschenrechtsverletzungen der Regierung an.

Hunderte Organisationen verboten

Inzwischen wurden Hunderte Organisationen verboten. Machthaber Daniel Ortega ließ auch mehrere kirchliche Einrichtungen schließen und geht gezielt gegen Kirchenvertreter vor.

Vor allem das Schicksal des inhaftierten Bischofs Rolando Alvarez von Matagalpa sorgt seit Monaten international für Empörung.

Er wurde im Februar wegen angeblichen Landesverrats und "Ungehorsams" zu mehr als 26 Jahren Gefängnis verurteilt.

Nicaragua kappt diplomatische Beziehungen mit Vatikan

Nicaragua hat wohl die diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl gekappt. Grund ist ein Interview des Papstes, in dem er das Regime mit ehemaligen kommunistischen Diktaturen und dem Nationalsozialismus verglichen hatte. Das berichtet die Zeitung "La Presa" aus Managua unter Berufung auf diplomatische Kreise in Rom.

Fahne Nicaraguas / © BUTENKOV ALEKSEI (shutterstock)
Quelle:
KNA