Neue Missbrauchsvorwürfe erschüttern Südafrikas Kirche

Jahrelanger sexueller Missbrauch?

In Südafrika werden zwanzig Jahre nach einem angeblichen Missbrauchsfall neue Vorwürfe gegen die katholische Kirche laut. Man werde ermitteln und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen kündigte das Erzbistums Johannesburg an.

Symbolbild Missbrauch in der katholischen Kirche (dpa)
Symbolbild Missbrauch in der katholischen Kirche / ( dpa )

Ein Südafrikaner, der als Jugendlicher über mehrere Jahre sexuell von einem Priester missbraucht worden sein soll, erhob jetzt Klage gegen den Geistlichen. Das Erzbistum Johannesburg kündigte seinerseits Ermittlungen an. Einem Bericht der Zeitung "Weekend Argus" (Sonntag) zufolge gehörte der heute 46-jährige William Segodisho einer Jugendorganisation an, die den bewaffneten Kampf gegen die Rassentrennung unterstütze.

Die Vorwürfe

Als Straßenkind sei er von einem katholischen Waisenhaus aufgenommen worden. Dort habe ein Priester ihn und mindestens zwei weitere Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen. Andere Priester hätten die Geschehnisse bewusst ignoriert.

Bereits vor 17 Jahren wurden Vorwürfe gegen den Geistlichen laut, der unterdessen nach Großbritannien zog. Der Jesuitenorden, dem der Priester angehört, zog ihn daraufhin von allen geistlichen Ämtern ab. Nach den erneuten Vorwürfen kündigte Thabo Motshegwa, Leiter einer Untersuchungskommission des Erzbistums Johannesburg, an: "Wir werden weiter ermitteln und, abhängig von den Ergebnissen der Polizeiermittlungen, Konsequenzen ziehen."

Bitte um Vergebung vor zwei Jahren

2016 hatte sich der Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenz, Stephen Brislin, in einem öffentlichen Brief bei den Opfern von sexuellem Missbrauch entschuldigt und Fehler bei der Aufarbeitung eingestanden. "Wir bitten um Vergebung für uns und unseren Klerus, da wir nicht genug getan haben, um den körperlichen, emotionalen und psychologischen Schmerz anzuerkennen, den die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Familienmitglieder, Mitbürger und innerhalb der Kirche erlitten", so Brislin.

Quelle:
KNA