Der Osterbrauch werde teilweise als Riesen-Veranstaltung beworben, sagte ein Sprecher des Naturschutzbundes (Nabu) Niedersachsen in Hannover. "Gerade in einer Zeit, in der wir vielerorts über den Rückgang von Arten sprechen, sollten wir sehr genau überlegen, ob solche Veranstaltungen noch zeitgemäß sind", so der Umweltschützer. "Traditionen dürfen nicht dazu führen, dass Tiere in einer ohnehin sensiblen Phase unnötig gestört oder sogar getötet werden."
Vermeintlich sichere Verstecke für Tiere
Reisig- und Holzhaufen, die oft schon Wochen vor Ostern aufgeschichtet werden, wirkten auf Kleinsäuger, Vögel, Amphibien und Reptilien wie vermeintlich sichere Verstecke. "Sie bieten Schutz vor Wind und Wetter und werden nicht selten als Nist- oder Rückzugsort genutzt", so der Nabu. Neben der direkten Gefahr für Tiere entstünden durch die Feuer erhebliche Mengen an Feinstaub und Schadstoffen.
Wenn ein Osterfeuer dennoch stattfinde, rät der Nabu dringend dazu, das Holz erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten. Bereits vorbereitete Haufen sollten vor dem Anzünden sorgfältig umgesetzt werden, damit Tiere fliehen können. "Ein schönes Osterfest braucht kein großes Feuer", betont der Sprecher. "Wichtig ist das gemeinsame Erlebnis. Die Natur sollte dabei nicht die Leidtragende sein."