Umstrittene Krippenfiguren kommen ins Museum

Nach Verbannung aus Ulmer Münster

Das Ulmer Münster will nicht mehr eine als rassistisch empfundene Krippenfigur zeigen. Die Entscheidung hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Nun gibt es einen neuen Ort für die Weihnachtskrippe.

Umstrittene Krippenfiguren kommen ins Museum: Heilige Drei Könige aus dem Ulmer Münster (!) / © Sebastian Gollnow (dpa)
Umstrittene Krippenfiguren kommen ins Museum: Heilige Drei Könige aus dem Ulmer Münster (!) / © Sebastian Gollnow ( dpa )

Der Umgang mit diesen drei Figuren hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt: Nun sollen die Heiligen Drei Könige aus der Weihnachtskrippe des Ulmer Münsters eine eigene Ausstellung erhalten. Diese soll zur Adventszeit im Museum Ulm beginnen und neben den vieldiskutierten Krippenfiguren auch weitere Werke des Künstlers Martin Scheible umfassen, wie ein Sprecher des Museums sagte.

Die Initiative zur Ausstellung der Krippenfiguren sei vom Museum Ulm gekommen und werde von der evangelischen Münstergemeinde wie auch der Stifterfamilie, der die Figuren gehören, begrüßt, sagte Dekan Ernst-Wilhelm Gohl. Das Museum sei ein geeigneter Ort, die Kunstwerke kunsthistorisch und gesellschaftspolitisch einzuordnen, sagte ein Sprecher.

Ausstellung in Planung

Die Planung der Ausstellung läuft noch und soll demnach auch von einem externen Diversitätsbeauftragten unterstützt werden. Zudem gebe es einen Austausch mit dem Spielzeugmuseum in Nürnberg, hieß es. Dort hatte im Juli eine Ausstellung zu rassistischem Spielzeug begonnen. Zuerst hatte die "Südwest Presse" berichtet.

Im Oktober 2020 war bekannt geworden, dass die Ulmer Münstergemeinde die Krippenfiguren wegen einer aus heutiger Sicht rassistischen Darstellung des Melchior nicht mehr zeigen möchte. Die Entscheidung hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt und vielfach Kritik hervorgerufen. Die Münstergemeinde hatte bereits im vorigen Jahr angekündigt, einen neuen Umgang mit den Krippenfiguren finden zu wollen.

Ulmer Münster (dpa)
Ulmer Münster / ( dpa )
Quelle:
dpa