Nicaragua verweigert ausländischen Geistlichen die Einreise

Nach Menschenrechtskritik Einschüchterung?

Die katholische Kirche in Nicaragua zeigt sich besorgt wegen Einreiseverboten gegen ausländische Geistliche. Zuletzt hat es verschiedene Fälle gegeben, bei denen Geistlichen die Einreise verweigert worden war.

Verschmiertes Wandgemälde mit Gesicht des nicaraguanischen Präsidenten Ortega / © Moises Castillo (dpa)
Verschmiertes Wandgemälde mit Gesicht des nicaraguanischen Präsidenten Ortega / © Moises Castillo ( dpa )

Wie die Tageszeitung "La Prensa" berichtete, sei zuletzt zwei Franziskaner-Brüder aus dem Nachbarland El Salvador die Einreise verweigert worden, die nach Jahren dort ihren Priesterdienst in Nicaragua hätten fortsetzen wollten.

Zeitgleich habe die Migrationsbehörde hunderte ausländische Bewohner des Landes aufgefordert, ihre Ausweise zu vorzuzeigen, obwohl diese noch gültig waren.

Kirchliche Menschenrechtsberichte ausschlaggebend?

Die beiden betroffenen Geistlichen vermuten, dass kirchliche Berichte über Menschenrechtsverletzungen im Land zu der Entscheidung geführt haben könnten. Bischof Juan Abelardo Mata aus der Diözese Esteli sagte der Zeitung, ausländische Bürger hätten zudem von exzessiven Kontrollen oder Einschränkungen ihrer Aufenthaltsgenehmigungen berichtet.

Nicaragua erlebt seit April 2018 eine Krise mit landesweiten Protesten gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega. Seither kamen rund 350 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Nicaraguas Kirche kritisierte immer wieder in scharfer Form die Menschenrechtsverletzungen der Regierung.

Quelle:
KNA
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