Muslimische Militärseelsorge weltweit

 (DR)

Die Zahl der Muslime in Europa steigt und immer mehr von ihnen leisten Dienst in der Armee. In Deutschland laufen die Diskussion noch, in manchen anderen europäischen Ländern arbeiten bereits muslimische Militärseelsorger. "In Norwegen gibt es seit dem letzten Jahr einen Militärimam", berichtet Thomas Elßner vom Katholischen Militärbischofsamt in Berlin.

Muslimische Militärseelsorger sind seit einigen Jahren auch in den Niederlanden, in Frankreich oder bei den Briten im Dienst. Seit Juli 2015 arbeitet Sijamhodzic Abdulmedzid als Militärimam im österreichischen Bundesheer. Er betreut die Muslime, die Mitglied der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich sind. Sie ist als Körperschaft öffentlichen Rechts die offizielle Vertretung der in Österreich lebenden Muslime. Zunächst sei seine Stelle auf anderthalb Jahre befristet gewesen, erläutert Abdulmedzid. "Seit dem 1. Jänner dieses Jahres wurde sie auf unbefristete Zeit verlängert." Er kümmert sich um den Lebenskundlichen Unterricht und das Gemeinschaftsgebet, organisiert Veranstaltungen. Er begleitet aber auch Soldaten, die sich eine persönliche seelsorgliche Betreuung wünschen, etwa bei Krankenbesuchen.

Die Kriterien für einen österreichischen Militärimam ähneln denen in Deutschland. Wer als Militärimam arbeiten wolle, müsse dafür fachlich und persönlich geeignet sein, so Abdulmedzid. In konfessionellen Belangen untersteht der Imam seiner Religionsgesellschaft. Er wird von der islamischen Glaubensgemeinschaft ausgewählt und entsandt.

(KNA/ Stand 23.2.18)