Münsters Bischof Felix Genn verteidigt Zölibat

"Ein besseres Image ist nötig"

Münsters Bischof Felix Genn hat den Zölibat der katholischen Priester verteidigt. Er warnte am Mittwoch in Münster davor, dass man Jesu Lebensform der Ehelosigkeit "schlecht und dadurch tot reden kann".

Bischof Felix Genn / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Felix Genn / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienst in der Deutschen Bischofskonferenz rief zum Gebet dafür auf, dass die Sensibilität für die Lebensform des Zölibat wachse.

Zuletzt hatte sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, gegen eine verpflichtende Verbindung von Priesterweihe und Zölibat ausgesprochen. Dabei gehe es ihm nicht um die "Sinnhaftigkeit des Zölibats", sondern um die Frage, wie man den "katastrophalen Priestermangel" in Deutschland in den Griff bekommen könne. Viele verheiratete Diakone wären bereit und fähig, das Priesteramt zu übernehmen, so Sternberg.

Es ist ein langer Weg

Genn bekundete Verständnis für die Sorge, dass Gemeinden gerade mit Blick auf die sonntägliche Eucharistiefeier Priester fehlen. Zugleich warnte der Bischof aber vor der Auffassung, "dass wir nur ein paar Stellschrauben richtig drehen, ein paar Bedingungen ändern müssen", und schon werde die Zahl der Priester wachsen. Statt den Zölibat auch auf diesem Wege schlecht zu reden, sei mehr das Zeugnis der zölibatär lebenden Frauen und Männer positiv zu akzentuieren.

"Wenn Jesus zeigt, dass man so leben kann, wenn durch die Geschichte der Kirche hindurch erwiesen ist, dass man so leben kann, kann man dann nicht davon ausgehen, dass der Herr auch heute Herzen anrührt, sie unruhig macht?", fragte Genn. "Wir brauchen auch Priester."


Quelle:
KNA