Das Freiburger Münster hat mit dem 36-jährigen Architekten und Denkmalpfleger Moritz Richter einen neuen Münsterbaumeister. Wie der Münsterbauverein am Mittwoch mitteilte, tritt Richter zum 1. Oktober die Nachfolge von Anne-Christine Brehm (46) an, die als Professorin an die Universität Heidelberg gewechselt ist.
"Ich freue mich mit meinen Vorstandskollegen über die Wahl von Moritz Richter zum neuen Münsterbaumeister. Er ist ein junger, ambitionierter Architekt, der sich mit hoher Motivation dieser umfassenden Aufgabe stellt", sagte die Vereinsvorsitzende Martina Feierling-Rombach.
Projekte in Hamburg und Düsseldorf
Richter setzte sich im Auswahlverfahren gegen mehrere Mitbewerber durch. Er hat umfassende Erfahrung bei Sanierung und Erhalt denkmalgeschützter Gebäude. Zuletzt verantwortete er die Sanierung des Hamburger Museums der Kulturen am Rothenbaum. Richter leitete auch die Sanierung des Düsseldorfer Kunstpalastes.
Der neue Münsterbaumeister beschreibt das Freiburger Münster als ein Bauwerk von außergewöhnlicher historischer und kultureller Bedeutung.
"Faszinierend finde ich, an den historischen Mauern die enge Verbindung von praktischer Denkmalpflege und Bauforschung erleben und weiterführen zu können." Der gebürtige Düsseldorfer kann dabei auf eine verblüffende familiäre Kontinuität verweisen: Denn schon sein Ur-Urgroßvater war Kölner Dombaumeister.
116 Meter hohes Wahrzeichen
Das Freiburger Münster ist eine der bedeutendsten Kirchen Deutschlands. Berühmt ist der Bau vor allem wegen seiner durchbrochenen, aufwendig gestalteten Konstruktion des Hauptturms. Der Baubeginn lag um das Jahr 1200; die Arbeiten zogen sich über Jahrhunderte hin. Der 116 Meter hohe Westturm wurde schon um das Jahr 1330 abgeschlossen.
Derzeit ist eine Sanierung im mittleren Bereich des Hauptturms ein Schwerpunkt der Münsterbauhütte, deren Leitung Richter nun übernimmt. Hier arbeiten aktuell etwa 15 Steinmetze und Steinbildhauer. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Planung und wissenschaftliche Begleitung sowie die finanzielle Koordinierung der Arbeiten.