Morgenimpuls von Schwester Katharina

Innere Freiheit

Auf einer Karnevalsparty hatten die Schwestern von San Damiano ihren Spaß. Mit ihrer Verkleidung als "Maria 3.0" und "Maria 4.0" haben sie die Debatte um Frauen in der Kirche thematisiert – und das wichtige Thema mit viel innerer Freiheit auch auf den Arm genommen.

Inspiriert durch die Initiative "Maria 2.0" / © Harald Oppitz (KNA)
Inspiriert durch die Initiative "Maria 2.0" / © Harald Oppitz ( KNA )

Am Mittwoch waren wir zu einer Karnevalsparty hier in Olpe und hatten echt unseren Spaß. In den letzten Jahren waren wir als Fußballfans, Musketiere, Pilgerinnen in philippinischen Gewändern oder sonst wie verkleidet. Und manche haben bis zum Ende nicht gecheckt, dass wir die Schwestern von San Damiano waren.

Diesmal hatten wir noch eine witzigere Idee: in Habit und Schleier, aber unterm Schleier blaue und grüne Perücken, haben wir schon zum Schreien komisch ausgesehen. Aber, wir haben uns auch noch aus bunten Schrägstreifen Diakoninnen Stolas genäht und Buttons mit der Aufschrift "Maria 3.0" und "Maria 4.0" dran festgemacht. In der ganzen Debatte der letzten Monate über die Rolle der Frauen in der Kirche mit der tollen Aktion Maria 2.0 ist es, glaube ich, auch dran, das ganze mal, wie man so schön sagt, auf den Arm zu nehmen, es zu schunkeln, zu tanzen, mit bier- oder weinseligen Gesängen zu feiern. Und die Reaktionen waren ziemlich unterschiedlich. Viele hatten von "Maria 2.0" noch nie etwas gehört, andere hatten etwas gehört, aber nicht so wahrgenommen, was das ist. Und wieder andere fanden es witzig, dass wir das Ganze mit einem Augenzwinkern, mit einem Kostüm karikieren konnten.

Nur wenn man Dinge, die einem ernst und wichtig sind, belachen kann, hat man die innere Freiheit zu den Werten gefunden und kann sie von allen Seiten betrachten und mit lachendem Auge anschauen. Oder wie Willibert Pauels immer zu sagen pflegt: nur innere Freiheit von allen Sachen befähigt uns, über sie zu lachen. Ich wünsche Ihnen und uns für die nächsten Tage viel innere Freiheit, um auch über die Dinge zu lachen, die ihnen wichtig und wertvoll sind.


Quelle:
DR