Morgenimpuls von Schwester Katharina

Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut

Schwester Katharinas Urlaub ist vorüber. Nun fragt sie sich, was sie aus ihrem Urlaub in die Zeit danach rettet. Neben vielen schönen Erinnerungen hat sie noch eine schöne Idee für den Alltag.

Symbolbild Urlaub, Ruhe, Sonnenaufgang  / © kesipun (shutterstock)
Symbolbild Urlaub, Ruhe, Sonnenaufgang / © kesipun ( shutterstock )

Mein Urlaub ist vorbei und mein Alltag hat mich wieder. Mir geht es immer so, dass ich in den ersten Tagen nach dem Urlaub noch nicht so richtig hoch motiviert bin. Ich bin noch so relaxt und entspannt und im Ruhemodus, dass ich mich wirklich erst wieder aufraffen muss. Und dann ist für mich immer so die Frage: Was rette ich denn aus dem Urlaub in die nicht mehr Urlaubsphase? Was bleibt von 14 Tagen in anderen Gefilden?

Auf alle Fälle die vielen schönen Erlebnisse dieser Tage. Die Ausflüge allein oder mit Familienmitgliedern, das 'Den-Ganzen-Tag-draußen‘-Sein, weil es wunderbar warm und sonnig und sommerlich war, das stundenlange Schwimmen, die Stunden im Garten mit dicken Büchern und dem Staunen über die schön gestalteten Gärten und die wundervollen Blumen. Mancher Abend am Grill mit Familie und Gesprächen bis in die Nacht manches leckere Eis und natürlich auch manche Fußballspiele während der Europameisterschaft am Fernseher.

Dieses mehr Sein als Tun. Mehr genießen als selber immer alles regeln wollen, mich über geschenkte Zeit freuen.

"Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut" ist ein Wort, das dem heiligen Augustinus zugeschrieben wird. Und das geht ja immer. Wenn ein Urlaub gelingt, hat die Seele in der Zeit viele erfreuliche Nahrung aufgenommen. Aber auch im Laufe eines normalen Tages, einer normalen Arbeitswoche, eines Monats, gibt es immer Dinge und Situationen, die die Seele erfreut und nähert. Vielleicht ist es so ein bisschen die Aufgabe, jetzt nach dem Urlaub zu schauen, was mir denn jetzt mitten im Tag Freude gemacht hat und warum.

Der Gesang der Vögel in den Bäumen, die erntereifen Stachelbeeren und der Genuss bei Marmelade kochen. Die Kontakte, die jetzt wieder besser möglich sind und die Plauderei über den Zaun am Abend. Eine gelungene Arbeit und eine Idee, die mir jetzt endlich kommt. Ein schöner, mitgefeiert Gottesdienst wieder mit Gesang und Musik vom Marktplatz. Es ist eigentlich eine gute Idee, abends quasi kurz die Schätze des Tages einzusammeln. Sie noch mal Revue passieren zu lassen. Leib und Seele zu helfen, sich zu freuen und zu genießen. Gott Dank zu sagen für all seine Gaben, mit denen er uns erfreuen und beleben möchte.

Quelle:
DR