Morgenimpuls von Schwester Katharina

Erzengeltag: Wer ist wie Gott? Wer ist Gott für uns?

Am Erzengeltag werden die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael gefeiert. Alle drei tragen ihre eigene Bedeutung, weiß Schwester Katharina. Sie erzählt von einem Brauch, der Gottes Kraft erneut unterstreicht.

Die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel / © Tiberiu Stan (shutterstock)
Die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel / © Tiberiu Stan ( shutterstock )

Heute feiern wir mit der Kirche des Himmels das Fest der Heiligen Erzengel. Eine Umfrage zeigt, dass viele Menschen an die Gegenwart von Engeln glauben. Wahrscheinlich, weil sie Dinge erlebt haben, die zwischen Himmel und Erde passieren, die wir mit unserem naturwissenschaftlich-geprägten Verstand nicht ergründen können. Der Erzengel Michael stellt uns quasi die Frage: "Wer ist wie Gott?" Und dann gibt es im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht so wenige, die sich selbst für Gott gehalten haben und dann aber die Menschen ins Unglück gestürzt haben. Die Frage danach, wer Gott für mich ist, sortiert die Verhältnisse neu. Dieser Gott will leben in Fülle für alle und nicht Menschen, die sich als kleine oder große Götter aufspielen.

Der Erzengel Gabriel weiß: "Meine Kraft ist Gott" und bringt deshalb nicht seine Ideen und Podcasts, sondern Gottes Wort und Botschaft zu den Menschen. "Meine Kraft ist Gott". Das hat auch Maria verstanden, als Gabriel sie gebeten hat, die Mutter Jesu zu werden. "Wer bin ich, dass du mich fragst?", hat sie erschrocken gefragt und dann doch zugestimmt. Im Vertrauen auf diese Kraft Gottes. Gabriel, der Bote Gottes, hat diese Botschaft für uns. Du darfst darauf vertrauen, dass Gott deine Kraft ist, wenn du dich einsetzt für Veränderung. Und Raphael hat durch die Bedeutung seines Namens einen Zuspruch an uns: Gott heilt. Bei Darstellungen dieses Engels findet sich manchmal die lateinische Inschrift "Medicina deus", Gott hat eine Medizin für uns. Er ist der Arzt, der uns heilen kann, von unseren Süchten, der uns befreien kann, von unseren Abhängigkeiten, der uns helfen kann, Egoismus und Selbstsucht zu überwinden.

Dieser Erzengeltag diese Woche, eben ein ganz normaler Dienstag, kennt noch einen Brauch, den mir, als ich Kind war, mein Opa erzählt hat. Alles, was an diesem Tag noch auf den Feldern und an den Bäumen ist, gehört den Armen. Alles, was bis dahin nicht geerntet und eingeholt worden ist, darf von denen genommen werden, die es nötig brauchen. Ein schöner und starker Brauch, um deutlich zu machen, dass dieser Gott ein Gott des Lebens ist, der uns Kraft gibt und uns heilsam zur Seite steht.

Quelle:
DR