Literatur und Gedichte betrachten das Dasein von ganz anderer Seite und helfen uns, neues Licht auf das Leben zu werfen, auf Fragen, Probleme und Phasen des Lebens. Gedichte fordern uns heraus, drücken aus, was wir selber so nie hätten sagen können, und treffen doch genau das, was man fühlt.
Wer liebt Rilke nicht? Oder Nelly Sachs oder Rose Ausländer? Wer kann mit Hilde Domin gar nichts anfangen? Alle diese Poeten haben etwas gesehen, was ich so noch nie gesehen habe. Und jetzt bin ich froh, dass sie mir meine Wahrnehmung erweitert haben. Literatur und Gedichte vermitteln mir Sinn und Bezogenheit. Es ist das Wort, das gültig ist, wenn alles andere zusammenzubrechen scheint. Soweit Bruder David.
So gesehen sind die Hymnen und Liedern aus unseren Büchern auch wunderbare Dichtungen, die Dinge aussagen, die wir kaum selbst ausdrücken können.
Ein schöner Hymnus in der Osterzeit lautet:
Der Morgen rötet sich und glüht, der ganze Himmel tönt von Lob,
in Jubel jauchzt die Erde auf
und klagend stöhnt die Unterwelt.
Der starke, königliche Held
zerbrach des Todes schweren Bann.
Sein Fuß zertrat der Hölle Macht:
Aus harter Fron sind wir befreit.
Er, den der Stein verschlossen hielt
und den man noch im Grab bewacht,
er steigt als Sieger aus dem Grab,
fährt auf in strahlendem Triumph.
Schon werden alle Klagen stumm,
in Freude wandelt sich der Schmerz,
denn auferstanden ist der Herr,
ein lichter Engel tut es kund.
Suchen Sie doch heute mal ein Lied oder ein Gedicht aus und schauen Sie mal, wie sehr es Sie anspricht und vielleicht sogar beflügelt.