Missio-Präsident fordert Hilfe für Menschen in Niger

"Die Armut ist groß"

Das internationale katholische Hilfswerk missio München verfolgt mit großer Sorge die Entwicklungen in Niger nach dem jüngsten Militärputsch. Präsident Wolfgang Huber mahnt an, die Menschen dort nicht zu vergessen.

Symbolbild Hunger und Armut wächst / © Ericky Boniphace (shutterstock)
Symbolbild Hunger und Armut wächst / © Ericky Boniphace ( shutterstock )

"Wir stehen fest an der Seite unserer Partnerinnen und Partner. Die Menschen in Niger benötigen jetzt mehr denn je Unterstützung", sagte missio-Präsident Wolfgang Huber am Montag in München.

missio-Präsident Wolfgang Huber / © Dieter Mayr (KNA)
missio-Präsident Wolfgang Huber / © Dieter Mayr ( KNA )

An die Bundesregierung appellierte er, sich für eine friedliche und pragmatische Lösung einzusetzen. "Die Situation ist brandgefährlich. Eine militärische Auseinandersetzung würde das Land ins Chaos stürzen und fände keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Viele waren unzufrieden mit dem gestürzten Präsidenten."

Wenig Lebensmittel und massive Stromausfälle

Beim weiteren Vorgehen müsse stärker auf die Belange der Menschen in dem Land Rücksicht genommen werden, hieß es. "Die Armut in Niger ist groß, es droht eine schlechte Ernte. Sanktionen, unter denen in erster Linie die Zivilbevölkerung leidet, sind der falsche Weg", so Huber.

Der Warenverkehr in das auf Importe angewiesene Land sei wegen der Sanktionen der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS und Grenzschließungen stark eingeschränkt. Es kommt zu massiven Stromausfällen.

Internationale Hilfsgelder sind eingefroren

In der Folge sind laut Mitteilung die Preise für Lebensmittel in die Höhe geschossen, teilweise kosten Waren bereits das Doppelte. "Das trifft besonders diejenigen, die ohnehin am wenigsten zum Leben haben", sagte der missio-Präsident.

Nachdem die EU wegen des Putsches internationale Hilfsgelder eingefroren habe, sei es umso wichtiger, über lokale Partnerinnen und Partner den Menschen Unterstützung zukommen zu lassen.

Projekt vor Ort wird verlängert

missio München fördert eigenen Angaben zufolge ein Landwirtschaftsprojekt für Frauen in dem dürregeplagten Land. In der Diözese Maradi bringen demnach Schwestern der Ordensgemeinschaft Fraternite des Servantes du Christ auf einem landwirtschaftlichen Anwesen 200 Frauen bei, wie sie nachhaltig Getreide und Gemüse anbauen und verkaufen.

Kinder könnten einen Kindergarten und eine Grundschule besuchen, die zum Zentrum gehörten. Das Projekt werde nun verlängert.

Das Hilfswerk missio

Das Internationale Katholische Missionswerk missio mit Sitz in Aachen und München ist eines von weltweit mehr als 100 Päpstlichen Missionswerken. Missio München ist das Missionswerk der bayerischen, missio Aachen das der anderen deutschen Bistümer. Das Wort missio kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Sendung.

 (KNA)
Quelle:
KNA