"Miss Germany" Lena Bröder blickt auf ihre Amtszeit zurück

"Viele Neider"

Vor einem Jahr wurde Lena Bröder zur Miss Germany gewählt; jetzt muss sie Krone und Schärpe an ihre Nachfolgerin abgeben. Im Interview zieht die angehende Lehrerin für Hauswirtschaft und katholische Religion Bilanz.

Amtszeit geht zu Ende: Miss Germany Lena Bröder / © Elisabeth Schomaker (KNA)
Amtszeit geht zu Ende: Miss Germany Lena Bröder / © Elisabeth Schomaker ( KNA )

KNA: Frau Bröder, wie sah der Alltag als Miss Germany aus?

Lena Bröder (Miss Germany 2016/17 und angehende Religionslehrerin): Das Wort Alltag kann man streichen, denn den gibt es nicht für eine Miss Germany. In manchen Wochen hatte ich jeden Tag Termine. Dann bin ich aber auch wieder drei, vier Tage am Stück zu Hause gewesen.

KNA: Wie schöpfen Sie bei diesem anstrengenden Job wieder Kraft?

Bröder: Wenn ich nach Hause fahre zu meinen Eltern, besuche ich zuerst immer das Grab meiner Oma - das ist für mich ein Ritual geblieben, um runter zu kommen, mich zu entspannen und vor allem wieder zu mir selbst zu finden. Ich habe aber auch tolle Menschen an meiner Seite, die dafür sorgen, dass ich auf dem Boden bleibe. Es gibt viele Leute in dieser Branche, die einem irgendwas versprechen, was nicht von dieser Welt ist. Hier musste ich unterscheiden lernen. Aber das ist mir Gott sei Dank recht gut gelungen.

KNA: Was war Ihr Highlight im vergangenen Jahr?

Bröder: In dem Jahr gab es viele Highlights, ich kann das nicht auf eines beschränken. Natürlich war der Papstbesuch, bei dem ich ihm mein Buch "Das Schöne in mir - Mit Glaube zum Erfolg" überreicht habe, ein besonderes Ereignis. Das ganze Buch-Projekt war etwas, das einer Miss Germany vorher vielleicht auch noch nicht gelungen ist. Ansonsten habe ich viele Prominente getroffen oder war in Fernsehshows.

KNA: Gab es auch Schattenseiten?

Bröder: Ich habe in dem Jahr festgestellt, dass es eine Krankheit in der Gesellschaft gibt: Neid, also dem anderen nichts gönnen. Aber ich kann mittlerweile ganz gut damit umgehen. Wenn ich mir immer Gedanken darüber machen würde, was andere über mich schreiben oder wie sie mich anfeinden, dann könnte ich all das Schöne gar nicht genießen. Dementsprechend habe ich das ausgeblendet.

KNA: Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Bröder: Ich würde sehr gerne als Moderatorin arbeiten, denn es macht mir Spaß, vor vielen Leuten zu reden. Als erstes möchte ich natürlich meine Ausbildung als Lehrerin für Religion und Hauswirtschaft abschließen. Aber ich denke, ich habe mir auch in anderen Bereichen viele Türen geöffnet. Das wird sich ergeben.

KNA: Was geben Sie ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg?

Bröder: Ich wünsche der nächsten Miss Germany, dass sie sich selbst treu bleibt und lernt, auch mal Nein zu sagen. Außerdem wünsche ich ihr, dass sie mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt und nicht abhebt. Denn der Alltag kommt schneller wieder zurück, als man denkt.

Das Gespräch führte Sabine Just.

 

 


Lena Bröder und Papst Franziskus / © Osservatore Romano / Handout (dpa)
Lena Bröder und Papst Franziskus / © Osservatore Romano / Handout ( dpa )
Quelle:
KNA