Millionen-Kredit für Weltbild zugesichert

 (DR)

Das Ringen der Kirche um den Erhalt der Arbeitsplätze bei der insolventen Verlagsgruppe Weltbild geht in eine entscheidende Phase. Wenige Tage vor einer Sitzung aller deutschen Ortsbischöfe sicherten die Bistümer München-Freising und Augsburg Kredite in Höhe von 35 Millionen Euro zu. Es geht um insgesamt 5.300 Mitarbeiter in der Augsburger Zentrale sowie in den Filialen von Hugendubel, Weiland, Weltbild Plus, Jokers und Wohlthat, die in der Deutschen Buch Handels GmbH (DBH) zusammengefasst sind.

Weitere Entscheidungen werden vom Treffen der 27 deutschen Diözesanbischöfe beim Ständigen Rat Anfang kommender Woche in Würzburg erwartet. Die Erzdiözese München-Freising gewährte am Freitag der Familie Hugendubel einen Kredit über 20 Millionen Euro. Damit sei der Weg für eine Fortführung der DBH eröffnet, "die eine wichtige Voraussetzung für die angestrebte Fortführung von Weltbild selbst ist", heißt es in einer Erklärung des Ordinariats. Bei der Einigung seien ein Finanzierer und Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eingebunden gewesen. Das Erzbistum sei bereit, die 20 Millionen Euro eventuell zusätzlich zu den ursprünglich als Liquiditätshilfe beschlossenen 65 Millionen Euro der Gesellschafter bereitzustellen. 

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa teilte in einem Brief an seine Mitbrüder mit, sein Bistum wolle der Weltbild GmbH einen Massekredit von 15 Millionen Euro für die laufenden Geschäfte vorstrecken. Die Sache dulde keinen Aufschub. Zdarsa rief seine Mitbrüder auf, sich gemeinsam an der Rettung des insolventen Unternehmens zu beteiligen. Sowohl der Insolvenzverwalter und die Mitarbeiter als auch die Kirche hätten ein Interesse, Weltbild nicht zu zerschlagen. Um aber diese Perspektive zu eröffnen, benötige das Unternehmen unmittelbar Liquidität.

Der Bischof knüpft seine Soforthilfe an zwei Bedingungen: Bei Abschluss des Insolvenzverfahrens müsse Augsburg von den übrigen Bistümern einen Ausgleich erhalten. Außerdem müssten die anderen Bischöfe spätestens am Montag beim Ständigen Rat diesem Weg verbindlich zustimmen. Die Diözese Würzburg erklärte am Freitag, dass sie weiter bereit sei, 1,5 Millionen Euro zur Abfederung der Folgen für die Mitarbeiter zu geben. (KNA)