Mehrere tausend Teilnehmerinnen aus NRW beim Weltgebetstag

Philippinische Frauen im Mittelpunkt

Am Weltgebetstag stehen in diesem Jahr die Frauen auf den Philippinen im Mittelpunkt. Auch in NRW werden mehrere tausend Frauen den Tag begehen. Christinnen der Philippinen haben den diesjährigen weltweit begangenen Tag vorbreitet. 

Christen auf den Philippinen / © Francis R. Malasig (dpa)
Christen auf den Philippinen / © Francis R. Malasig ( dpa )

Allein in Deutschland werden im Bereich der westfälischen Kirche am Freitag insgesamt über 55.000 Kinder, Frauen und Männer zu den fast 550 Gottesdiensten in den Kirchengemeinden erwartet, wie die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen am Dienstag in Soest mitteilte.
Zum laufenden Reformationsjahr laden die beiden Kirchen gemeinsam zur Teilnahme ein. Das teilten die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Bonn und Hannover mit.

In der Region der Evangelischen Kirche im Rheinland findet etwa eine zentrale ökumenische Veranstaltung des Kirchenkreises Bonn in der Erlöserkirche in Bad Godesberg statt. Viele evangelische Gemeinden von Erkrath bei Düsseldorf und Köln bis nach Trier und Saarbrücken nehmen nach Angaben des Weltgebetstagkomitees ebenfalls am internationalen Aktionstag der Frauen teil.

Konsumorientierter Lebenswandel stärke ungerechte Strukturen

Die Liturgie für den ökumenischen Gottesdienst haben rund 20 Filipinas vorbereitet. Unter dem Titel "Was ist denn fair?" wollen sie auf die soziale Ungerechtigkeit, Armut, Ausbeutung und Migration aus wirtschaftlicher Not in dem südostasiatischen Inselstaat aufmerksam machen. Dies erklärten die Vorsitzenden der Pastoralkommission der Bischofskonferenz, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, und die  Vizepräsidentin des EKD-Kirchenamtes, Bischöfin Petra Bosse-Huber. Berichte von philippinischen Frauen zeigten, "wie unser konsumorientierter Lebenswandel ungerechte Strukturen stärkt". Zugleich ermutigten die Zeugnisse dazu, "sich im Sinne des Evangeliums für Gerechtigkeit und ein Leben in Fülle für alle stark zu machen".

Anhand des biblischen Gleichnisses der Arbeiter im Weinberg (Matthäus 20, 1-16) thematisieren sie Arbeitsrechtsverletzungen, die Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft im Ausland und den nur schleppenden Wiederaufbau nach Naturkatastrophen wie dem Taifun Haiyan im Jahr 2013, wie es hieß.

Kollekte für wohltätige Organisationen

Mit den Kollekten der Gottesdienste zum Weltgebetstag werden Bildungs- und Beschäftigungsprojekte für Frauen und Mädchen sowie Programme gegen sexualisierte Gewalt gefördert. Darunter sind nach Angaben des Weltgebetstagskomitees auch knapp ein Dutzend philippinischer Projekte, etwa die Arbeitnehmerinnen-Organisation "Kayumanggi", die sich gegen Lohndumping einsetzt, sowie ein Selbsthilfe-Programm für die Rechte indigener Gruppen und die Beratungsstelle "Kaagapay" für die Belange von Arbeitsmigrantinnen.

Nach Angaben der westfälischen Frauenhilfe werden aus ihrem Bereich jährlich Kollekten in Höhe von etwa 81.000 Euro an das Deutsche Weltgebetstagkomitee mit Sitz in Stein bei Nürnberg weitergeleitet. Der Frauenverband in der Evangelischen Kirche von Westfalen beteiligt sich seit den 1950er Jahren an der Aktion.

Quelle:
KNA , epd