Mehrere Tausend Menschen beim "Marsch fürs Leben" in München

Grußwort von Kardinal Woelki

Beim "Marsch fürs Leben" in München müssen sich die Teilnehmenden einiges von Gegendemonstranten anhören. Der Hauptredner beklagte wiederum eine "Kultur des Todes". Rainer Maria Kardinal Woelki schickte ein Grußwort.

Demonstranten beim "Marsch für das Leben" am 13. April 2024 in München / © Christoph Renzikowski (KNA)
Demonstranten beim "Marsch für das Leben" am 13. April 2024 in München / © Christoph Renzikowski ( KNA )

Beim "Marsch fürs Leben" in München sind die Sicherheitskräfte am Samstagnachmittag stark gefordert worden. "In der Spitze" hätten an dem Marsch etwa 4.500 Personen teilgenommen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Bis zu 4.000 Personen habe die Gegenkundgebung "Pro Choice" mobilisiert. Die Versammlungen seien "überwiegend friedlich" verlaufen. "Nur vereinzelt kam es zu Sicherheitsstörungen."

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehr als 300 Beamten im Einsatz, darunter auch eine Reiterstaffel. Ihrem Bericht zufolge versuchten mehrere Personen, den Marsch aufzuhalten. Wegen einer Sitzblockade sei der Aufzug umgeleitet worden. Bei den Versammlungen sei es zu Körperverletzungen, Beleidigungen sowie der Erregung öffentlichen Ärgernisses gekommen.

Vereinzelt Gespräche an Absperrungen

"Leben schützen laut und klar, jeder Mensch ist wunderbar", lautete einer der eingeübten Rufe beim Marsch. Die Gegendemonstranten, überwiegend junge Leute, skandierten unter anderem "My body, my choice, raise your voice", zu Deutsch "Mein Körper, meine Entscheidung, erhebt eure Stimme". Vereinzelt kam es zwischen beiden Lagern auch zu Gesprächen über die Absperrungen hinweg.

Demonstranten beim "Marsch für das Leben" am 2. Mai 2025 in München. / © Barbara Just (KNA)
Demonstranten beim "Marsch für das Leben" am 2. Mai 2025 in München. / © Barbara Just ( KNA )

Hauptredner beim "Marsch fürs Leben" war Mathias von Gersdorff, Vorsitzender der "Deutschen Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum". Der Politaktivist sagte, in Deutschland breite sich eine "Kultur des Todes" rasant aus. Dies zeige sich auch bei den Menschen, "die hier rumbrüllen und gegen das ungeborene Leben agitieren".

"Kultur des Todes" beklagt

Wie weit fortgeschritten die "Kultur des Todes" in Deutschland sei, zeige sich auch in Plänen der Bundesregierung, das Ehegattensplitting abzuschaffen. Angesichts der demografischen Krise müsste sich die Politik um mehr Geburten bemühen. Stattdessen banalisiere sie das Töten von Kindern, indem sie sich für flächendeckende Abtreibungsmöglichkeiten einsetze. Das sei "suizidal", sagte Gersdorff.

Abtreibungsgegner demonstrieren mit Heiligenbildern beim "Marsch für das Leben" in Berlin / © Gordon Welters (KNA)
Abtreibungsgegner demonstrieren mit Heiligenbildern beim "Marsch für das Leben" in Berlin / © Gordon Welters ( KNA )

Obianuju Ekeocha, aus Nigeria stammende Biomedizinerin, prangerte europäische Versuche an, die Abtreibung nach Afrika zu exportieren. Dazu werde auch deutsches Steuergeld in der staatlichen Entwicklungshilfe eingesetzt.

Zur Kundgebung auf dem Königsplatz begrüßte der russisch-orthodoxe Bischof Hiob Bandmann aus Stuttgart die Teilnehmer. Der katholische Regensburger Weihbischof Josef Graf spendete den Schluss-Segen. Dabei bekannte er: "Ich war heute in München das erste Mal dabei, es soll aber nicht das letzte Mal gewesen sein." Den Mitmarschierenden bescheinigte er Tapferkeit. Sie nähmen bei ihrem "Zeugnis für das Leben" in Kauf, dass sie "unter der Gürtellinie" angegangen würden. Damit meinte Graf Parolen wie "Hätt' Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben."

Grußwort von Kardinal Woelki

Kardinal Rainer Maria Woelki / © Harald Oppitz (KNA)
Kardinal Rainer Maria Woelki / © Harald Oppitz ( KNA )

Grußworte kamen dieses Mal vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, Bischof Stefan Oster aus Passau und dem scheidenden deutschen Papstbotschafter Nikola Eterovic. Woelki schrieb in seinem Grußwort: "Jeden Tag entscheiden sich Menschen in Situationen, die vermeintlich nicht anders zu lösen sind, gegen das Leben. Ihr Engagement für das bedingungslose Lebensrecht aller ist daher von unschätzbarem Wert. Sie zeigen, dass jeder Mensch ein geliebtes Kind Gottes ist."

Von US-Bischof Robert Barron wurde eine Videobotschaft per Leinwand abgespielt. Barron ermunterte die Marschierenden, nicht nachzulassen und sich weiter gegen eine Liberalisierung der Abtreibung in Deutschland zu stemmen.

Dieser Artikel wurde am 19.04.2026, um 14.50 Uhr, aktualisiert.

Quelle:
KNA