Mehr als 100 Tote bei Feuergefechten im Südsudan

 (DR)

Im Südsudan flammt nach Monaten der Friedensbemühungen der Bürgerkrieg wieder auf. Bei Kämpfen zwischen Anhängern von Vizepräsident und Präsident starben am Wochenende mehr als 100 Menschen, berichtete der britische Sender BBC am Sonntag.

Wegen der Spannungen hatte die Regierung die Feiern zum fünften Jahrestag der Unabhängigkeit am Samstag abgesagt.

Truppen von Präsident Salva Kiir haben am Sonntagmorgen die Zentrale von Anhängern des Vizepräsidenten Riek Machar unter Beschuss genommen, berichtete die Zeitung "Sudan Tribune". Bereits am Freitagabend hatten sich Leibwächter und Wachmänner der beiden rivalisierenden Politiker Feuergefechte vor dem Präsidentenpalast geliefert. Daraufhin flammte in der Hauptstadt Juba die Gewalt auf, bei der mehr als 100 Menschen starben. Anderen Berichten zufolge soll die Zahl bei 200 Toten liegen.

Der Konflikt begann Ende 2013, nachdem Präsident KiirVizepräsident Macharr wegen eines angeblichen Putsch-Versuchs entlassen hatte. Als Teil der Friedensbemühungen kam Machar, ein früherer Rebellenführer, im April nach Juba zurück und wurde erneut als Vizepräsident vereidigt.

Trotz des Abkommens zwischen Regierung und Rebellen vom August 2015 erschüttern weiterhin Kämpfe das jüngste Land der Welt. Rund 4,8 Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen vom Hunger bedroht. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Gewalt scharf.

In einem Statement vom Samstag sprach der Rat von mangelndem Einsatz für die Umsetzung des Abkommens.

(epd)