Massaker-Dorf Srebrenica will Modell des Zusammenlebens

"Leben geht weiter"

Srebrenica will nicht länger von den Kriegsverbrechen der 90er Jahre geprägt sein. Der franziskanische Pfarrer des Ortes hat eine andere Vision vor Augen.

Eine bosnisch-muslimische Frau trauert neben den Gräbern ihrer Kinder und ihres Mannes, die dem Völkermord von Srebrenica zum Opfer gefallen sind. / © Armin Durgut/AP (dpa)
Eine bosnisch-muslimische Frau trauert neben den Gräbern ihrer Kinder und ihres Mannes, die dem Völkermord von Srebrenica zum Opfer gefallen sind. / © Armin Durgut/AP ( dpa )

Knapp 30 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica blickt die katholische Gemeinde vor Ort in die Zukunft: Die Kleinstadt, die 1995 für ethnische Massenhinrichtungen weltbekannt wurde, solle nicht länger ein Symbol für Leid, Abspaltung, Krieg und Verbrechen sein, sagte der Pfarrer und Franziskaner Franjo Ninic laut der "Sarajevo Times" (Montag) zu Ostern. Gemeinsam mit Muslimen und Orthodoxen wolle man die Stadt zu einem Modell des Zusammenlebens umgestalten.

Tausende Bosniaken getötet

Das Massaker von Srebrenica gilt als tragischer Höhepunkt des Bosnienkriegs (1992-1995). Binnen weniger Tage tötete damals die bosnisch-serbische Armee unter General Ratko Mladic mehr als 8.000 muslimische Bosniaken, größtenteils Jungen und Männer.

Die Kriegsverbrechen prägen bis heute das Zusammenleben von Bosniens Volksgruppen. Die Konfessionen sind fast deckungsgleich mit der Volkszugehörigkeit: 50 Prozent sind überwiegend muslimische Bosniaken, 31 Prozent orthodoxe Serben und 15 Prozent katholische Kroaten. In Srebrenica soll der Franziskanerorden schon seit dem 13. Jahrhundert tätig sein.

Quelle:
KNA