Nach ihrem Ernährungsbericht 2008 ist in vielen Alten- und Pflegeheimen die Versorgung mit Vitamin D mangelhaft. Daneben ist bei vielen Senioren und Seniorinnen die Zufuhr von Vitamin E, Vitamin C, Folat, Calcium und Magnesium deutlich zu gering. Auch Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß und Ballaststoffe weisen keine optimale Verteilung auf, hieß es in der Mitteilung weiter.
Zu viel Fett und Zucker, zu wenig komplexe Kohlenhydrate, teilweise zu wenig Eiweiß und nur die Hälfte der empfohlenen Ballaststoffzufuhr prägen nach dem Bericht die Essgewohnheiten der Heimbewohner. Zu den häufigsten Problemen im Essalltag zählt die mangelnde Hilfe beim Kleinschneiden von Lebensmitteln. Hier benötigen etwa 50 Prozent der Senioren Unterstützung. Je 30 Prozent der Alten- und Pflegeheimbewohner leiden gelegentlich unter Appetitlosigkeit, essen oder trinken auffällig wenig oder trinken nur nach Aufforderung. Der Grad der Pflegebedürftigkeit beeinflusst nach der Studie die Energie- und Nährstoffversorgung wesentlich stärker als das Lebensalter.
An der Studie nahmen den Angaben nach insgesamt 773 Bewohner innen und Bewohner über 65 Jahre aus zehn Altenheimen in sieben Bundesländern teil. Untersucht wurde unter anderem das Verhältnis von Größe und Körpergewicht, der sogenannte Body Mass Index. Nach einem sogenannten «Mini Nutrional Assessment»-Verfahren seien im Mittel elf Prozent der Bewohner als mangelernährt identifiziert worden.
Bundesweite Benotung von Altenheimen beginnt
Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hat am Dienstag im hessischen Neu-Isenburg ein erstes Altenpflegeheim einer Qualitätsprüfung unterzogen. Auf Grundlage der vergangenes Jahr in Kraft getretenen Pflegereform wird der Medizinische Dienst der Krankenkassen ab 1. Juli die rund 11 000 Alten-Hilfeeinrichtungen in Deutschland mit Noten bewerten. Durch die veröffentlichten Ergebnisse werde es zu einem «positiven Schub» in der Pflegequalität kommen, sagte Verbandschef Karl-Dieter Voß in Neu-Isenburg.
Da die Qualitätsprüfungsrichtlinien erst am Mittwoch in Kraft treten, gab der Verband für das Altenpflegeheim im Süden Frankfurts eine Probebewertung ab. Dabei werden die Einzelnoten in den vier Bereichen «Pflege und medizinische Betreuung», «Umgang mit demenzkranken Bewohnern», «Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung» sowie «Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene» zu einer Gesamtnote zusammengefasst.
Die Pflegereform sieht vor, dass die jeweiligen Bewertungen aller Altenpflegeheime in Deutschland künftig im Internet veröffentlicht werden.
Mangelernährung in Altersheimen - Benotung von Heimen beginnt
Regel statt Ausnahme
Knapp zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Einrichtungen der Altenpflege sind laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von Mangelernährung betroffen oder gefährdet. Nicht das Angebot an ausgewogener Ernährung ist das Problem, sondern Appetitlosigkeit und mangelnde Hilfe beim Kleinschneiden. Heute läuft die bundesweite Qualitätsprüfung aller Altenpflegeheim an.
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