Malteser drängen auf Bekämpfung von Konfliktursachen

"Ungebremster Bedarf an humanitärer Hilfe"

Schlechte Regierungsführung und Korruption machen das Eingreifen von Hilfswerken immer notwendiger. Humanitäre Hilfe greift oft da, wo politisches Eingreifen nicht mehr fruchtet.

Nahrung durch Hilfsorganisation / © Yahya Arhab (dpa)
Nahrung durch Hilfsorganisation / © Yahya Arhab ( dpa )

Zum Welttag der humanitären Hilfe am kommenden Freitag weist Malteser International auf einen "ungebremsten Bedarf an humanitärer Hilfe hin". Die Bekämpfung der Ursachen von Krisen und Konflikten dürften nicht vergessen werden, mahnte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Köln.

Humanitäre Hilfe auf Rekordniveau

"Humanitäre Hilfe ist derzeit auf einem Rekordniveau, aus ihrer ursprünglichen Notfunktion ist in einigen Teilen der Welt allerdings ein Normalzustand geworden", betonte der stellvertretende Generalsekretär Sid Johann Peruvemba. Sie drohe, "endlos" zu werden, wenn nichts gegen die Ursachen getan werde. "Denn die humanitäre Hilfe lindert nicht nur Leid, sondern im allerschlimmsten Fall auch den notwendigen politischen Handlungsdruck", so Peruvemba. Nach dem Motto: "Wenn politisch gar nichts mehr geht, geht ja immer noch humanitäre Hilfe."

Ursprung der Konflikte meist in sozialer Ungerechtigkeit

Malteser International erklärte weiter, dass Konflikte ihren Ursprung meist in sozialen Ungerechtigkeiten und "schlechter Regierungsführung von korrupten und machthungrigen Eliten" hätten. Nötig seien sowohl humanitäre Hilfe, um die größte Not zu lindern, als auch eine gute Entwicklungspolitik, "die soziale Ungerechtigkeit beseitigt und gute Regierungsführung fördert".

Konfliktsensibele Hilfe

Eine Stärkung der Zivilgesellschaft und Akteure vor Ort ist nach den Worten von Peruvemba notwendig. Darüber hinaus müssten Hilfen "konfliktsensibel" gestaltet sein, "damit mögliche negative Wirkungen der Hilfe gelindert werden". Weltweit leistete Malteser International nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2016 Nothilfe für mehr als 82.000 Menschen. Sie seien mit Nahrung, Hygieneartikeln, Kleidung, Decken oder Notunterkünften versorgt worden. Rund 85.000 Menschen hätten außerdem Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten.


Quelle:
KNA