Mainzer Bischof Kohlgraf kritisiert an Ostern neue Bestattungsformen

Asche unterm Apfelbaum?

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat an Ostern den Trend zu neuen Formen der Beisetzung kritisiert. Er sieht darin ein Todesbild ohne feste Hoffnung. Dabei sei jeder Mensch bei seinem Namen gerufen und fände in Gottes Händen Leben.

Apfelbaum in einem Garten (shutterstock)

"Das moderne Lebensgefühl und das Verständnis des Todes spiegelt sich deutlich in neuen Bestattungsformen wider", erklärte Kohlgraf laut Redemanuskript in seiner Osterpredigt.

Individueller sollten die Bestattungen werden, und zunehmend anonymer, so der Bischof. "Einfach in den Kreislauf der Natur einzugehen, ist für nicht wenige Menschen heute der eigentliche Inhalt ihrer Vorstellungen vom Leben über den leiblichen Tod hinaus."

"Mensch ist beim Namen gerufen"

Namen und Person erschienen dabei letztlich als bloßer Schall und Rauch. "Ich meine, dass dies nicht ohne Einfluss auf die Lebensgestaltung bleiben kann. Kern der christlichen Auferstehungshoffnung ist aber, dass jeder Mensch beim Namen gerufen
ist und in Gottes Händen Leben findet. Die Gemeinschaft der Glaubenden trägt jeden Menschen im Gebet mit - über den Tod hinaus."

Rheinland-Pfalz hatte sein Bestattungsrecht kürzlich liberalisiert. Seit Januar dieses Jahres ist es unter anderem möglich, die Asche Verstorbener zu einem Erinnerungsstück verarbeiten und sie unter dem heimischen Apfelbaum oder in einem der großen Flüsse des Bundeslandes bestatten zu lassen.

Quelle:
KNA