Machtwechsel in Argentinien

 (DR)

Nach rund zwölf Jahren linker Regierungen übernimmt in Argentinien ein Konservativer die Macht. Der bisherige Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires, Mauricio Macri, setzte sich am Sonntag mit 51,4 Prozent der Stimmen gegen den Kandidaten der Links-Regierung, Daniel Scioli, durch, der nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis in einer Stichwahl auf 48,6 Prozent kam. Macri löst die linkspopulistische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ab, die im zweitgrößten Land Lateinamerikas seit 2007 an der Macht ist. Sie durfte nach zwei Amtsperioden nicht erneut kandidieren.

Macri, Ingenieur, Unternehmer und einst Präsident des Maradona- Fußballvereins Boca Juniors, hat allerdings im Parlament keine eigene Mehrheit. Als einen seiner ersten Schritte kündigte er deshalb an, einen Regierbarkeits-Pakt mit allen Parteien auszuhandeln.

Der 56-Jährige setzt sich im Gegensatz zu den vorherigen linken Regierungen für mehr Marktwirtschaft und weniger Einfluss des Staates in Argentinien ein. So will er Geldgeber anlocken.

Die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas macht derzeit wirtschaftlich schwierige Zeiten durch. Auch außenpolitisch deutete Macri einen Wandel an. Die Kirchner-Regierung hatte noch die Nähe Venezuelas, Russlands oder Chinas gesucht.

Die Amtsübergabe ist für den 10. Dezember geplant.

(dpa)