Sonnenblumenstauden

Letzter Sommerglanz

Die Sonnenblumenstauden sind es, die den Glanz des Sommers auch in diesen Tagen noch ausstrahlen, die den Sommer weiter tragen in den Herbst.

Sonnenblumenstaude / © St.Q.
Sonnenblumenstaude / © St.Q.

„Das ist nicht Sommer mehr, das ist September ... Herbst: diese großen weichen Wolken am Himmel, diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer ... und diese süße weiche Müdigkeit und diese frohe ruhige Stille überall und trotzdem wieder diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft ... das ist nicht Sommer ... das ist Herbst.“

So schrieb vor über hundert Jahren der Schriftsteller und Journalist Cäsar Otto Hugo Flaischlen. Sehr genau trifft er den Ton, fängt er diese ganz eigene Atmosphäre des Septembers ein. Und er erwähnt nur eine Blume, die Sonnenblume. Sie ist es, die den Glanz des Sommers auch in diesen Tagen noch ausstrahlt, sie ist es, die den Sommer noch hinübertragen kann in den Herbst. Man braucht nur die einjährigen Samen der Sonnenblume spät aussähen, im Juni, dann blühen sie im September noch auf. Oder man pflanzt praktischerweise die Sonnenblumenstaude.

Heimat der einjährigen Sonnenblume, der „Helianthus annus“, ist Amerika. Vor 2500 Jahren wurde sie dort schon angebaut, spanische Seefahrer brachten den Samen Mitte des 16. Jahrhunderts nach Europa. Schnell verwendete man die Kerne in der Küche, später erst wurde das Sonnenblumenöl gewonnen. Sonnenblumenkerne sind äußerst nahrhaft, enthalten wertvolle Vitamine, Mineralien, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und reichlich Eiweiß.

Gelbe Pracht bis in den Oktober

Bevor die Kerne der einjährigen Sonnenblume reifen, ist sie die Sommerblume schlechthin, egal wie groß. Und staunend schauen wir zu, wie sie dem Lauf der Sonne folgt. Es gibt aber nicht nur die einjährigen Sonnenblumen sondern auch die mehrjährigen als Staude. Auch diese blühen noch weit in den Herbst hinein.

Fast 70 Arten der Gattung Staudensonnenblumen gibt es, zumeist sind sie in Amerika zu Hause. Bei uns verbreitet hat sich zum Beispiel die „Helianthus atrorubens“, die Garten-Stauden-Sonnenblume. Bis zu 1,80 Meter wird sie hoch, blüht reich und lang bis in den Oktober hinein. Kleiner und etwas fülliger wächst die „Helianthus decapetalus“. Hoch und selbstbewusst ragt die Topinambur hinauf, auch sie zählt zu den Staudensonnenblumen.

Pflegeleichte Stauden

Der Anbau der Staudensonnenblumen ist äußerst praktisch. Sie vertragen auch trockene Tage, von Schnecken werden sie nicht behelligt, stattdessen aber von Bienen geliebt, und sie wachsen so stabil, dass sie nicht angebunden werden müssen. Lediglich Nahrung brauchen sie, also bei nährstoffarmen Böden Dünger. Und dann eben bringen sie auch über den Herbstanfang hinaus ihre gelben Sonnenglanz in den Garten, so als hätten sie das Sommerlicht gespeichert. Und in diesem Glanz ist dann vielleicht Zeit für ein letztes Sommergedicht, wie dieses von Ludwig Uhland:

Der Sommerfaden Da fliegt, als wir im Felde gehen, Ein Sommerfaden über Land, Ein leicht und licht Gespinst der Feen, Und knüpft von mir zu ihr ein Band. Ich nehm' ihn für ein günstig Zeichen, Ein Zeichen, wie die Lieb' es braucht. Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht!

 

(St.Q)