Religionsführer in der Ukraine beschuldigen Russland angesichts der jüngsten Angriffe auf das Land, einen Völkermord begehen zu wollen.
Die russische Armee habe mit Raketen und Drohnen unter anderem gezielt Anlagen der ukrainischen Energie-Infrastruktur zerstört und beschädigt, damit Zivilisten bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius Strom, Heizung und Trinkwasser fehlten, erklärte der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften am Mittwochabend. Es sei klar, "dass es sich hierbei um Akte des Staatsterrors der Russischen Föderation handelt, die auf einen Genozid am ukrainischen Volk abzielen".
Dem Religionsrat zufolge wurden in den vergangenen Tagen viele Wohnhäuser zerstört, Dutzende Zivilisten getötet und Hunderte verwundet. Obwohl Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates eine besondere Verantwortung für den Schutz des Friedens trage, missachte es "systematisch, vorsätzlich und zynisch" das humanitäre Völkerrecht. Auch mit russischen Religionsvertretern gehen die ukrainischen Glaubensgemeinschaften hart ins Gericht.
Persönlichkeiten der russisch-orthodoxen Kirche und anderer Konfessionen, die diesen Krieg und die Tötung von Ukrainern unterstützten und gutheißen, seien "moralische Komplizen bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit", heißt es in der Erklärung.
Dank an Papst
Kritisiert wird zudem, dass Russland, statt einer Waffenruhe über Weihnachten zuzustimmen, in der Zeit von Neujahr bis zum orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar seine Angriffe auf die Ukraine sogar verstärkt habe. Der ukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften verurteilte die russischen Angriffe entschieden und betonte, wer Russland unterstütze, leiste Beihilfe zur weiteren Aggression.
Das Kiewer Gremium bedankte sich zugleich bei Papst Leo XIV. und Staats- und Regierungschefs für ihre "standhafte Unterstützung der Ukraine" und ihre Appelle an Russland, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu beenden. Dem Rat gehören die Spitzen der 16 wichtigsten Religionsgemeinschaften der Ukraine an – christliche, jüdische und muslimische.