Landesbischof Bilz fordert Solidarität mit Klimaaktivisten

"Ich verstehe den Schmerz der jungen Generation"

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz vermisst in der Klimaschutzdebatte eine klare Stimme der Kirchen. Er äußerte selbst seine Sympathie für Klimaaktivisten und forderte theologische Möglichkeiten und Handlungen.

Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen / © Matthias Rietschel (epd)
Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen / © Matthias Rietschel ( epd )

Derzeit fehle ihm bei diesem Thema die "theologische Durchdringung", sagte Bilz am Samstag auf der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Dresden. Es brauche "Möglichkeiten und Handlungen, die klarmachen, dass diese Welt von Gott geschaffen ist".

"Wir können es nicht einfach laufen lassen", sagte Bilz. Er habe "Sympathie für kreative Klimaaktivisten". "Ich verstehe den Schmerz der jungen Generation, die sagen: Wir halten das nicht aus", sagte der Bischof. Sie würden auch die Kirche bitten, sich zu solidarisieren.

Klimaprotest Fridays for Future / © Andreas Arnold (dpa)
Klimaprotest Fridays for Future / © Andreas Arnold ( dpa )

Verbindungen schaffen

In seinem Bericht vor der Synode rief Bilz auch dazu auf, zum Krieg in der Ukraine "als Kirche weniger Stellungnahmen abzugeben, welche militärischen Maßnahmen jetzt dran sind". Es brauche vielmehr Trost und praktische Hilfe. Kirche werde zudem dafür gebraucht, "Verbindungen zu schaffen und zu halte"». Es werde "sehr wohl und zu Recht" von der Kirche erwartet, "die Hoffnung auf Frieden aufrechtzuerhalten".

Zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehörten Ende 2021 rund 628.000 Menschen. Laut Bilz verlor sie bis Ende Oktober 2022 rund 8.000 Mitglieder. Zuvor seien es in einem gesamten Jahr zwischen 5.000 und 7.000 Austritte gewesen.

Klima- und Umweltschutz in der Kirche

Die Deutsche Bischofskonferenz beschäftigt sich seit den 1980er Jahren mit ökologischen Fragen. Papst Franziskus’ Enzyklika Laudato si’ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus hat im Jahr 2015 dem christlichen Auftrag zur Schöpfungsverantwortung auf weltkirchlicher Ebene Aufmerksamkeit verschafft. Daran anschließend hat der Papst im Februar 2020 mit dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Querida Amazonia die Themen der Enzyklika am Beispiel Amazoniens konkretisiert.

Symbolbild Biodiversität, Biene, Artenvielfalt. Natur / © Kateryna Ovcharenko (shutterstock)
Symbolbild Biodiversität, Biene, Artenvielfalt. Natur / © Kateryna Ovcharenko ( shutterstock )
Quelle:
epd
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