Erstmals entsteht im Freiburger Münster eine große, zeitgenössische Kunstinstallation. Die für ihre aus Baumwollfäden entwickelten Installationen bekannte Künstlerin Elke Maier hat dazu jetzt die ersten weißen Baumwoll-Garnfäden vom rund 27 Meter hohen Deckengewölbe im Chorraum bis vor den Hochaltar von Hans Baldung Grien gespannt. "Sichtbar-Unsichtbar" wird bis September gezeigt.
"Die Arbeit wird sich während des Aufbaus bis Pfingsten im Dialog mit dem Kirchenraum entwickeln. Es ist mir wichtig, die besondere kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung der Kathedrale aufzugreifen", sagte Maier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Geplant ist auch, Fäden horizontal durch das gesamte, rund 120 Meter lange Kirchenschiff zu spannen.
Installation arbeitet mit Lichteinfall
Die Kuratorin des Kunstprojekts, Katharina Seifert, sprach von einer intensiven, stillen und zugleich sehr spirituellen Arbeit. Die Installation lade zum Nachdenken über Gott und das über die sichtbare Welt Hinausgehende ein. "Maier gelingt es, mit dem eigentlich unverfügbaren Licht zu arbeiten. Je nach Tageszeit und Lichteinfall werden neue Sinneseindrücke möglich."
Zu Pfingsten fertig aufgebaut
Die Arbeit mit dem Titel "Sichtbar-Unsichtbar" befindet sich aktuell im Aufbau und wird rund sechs Wochen dauern. Die offizielle Eröffnung ist für den 25. Mai geplant. Sie soll bis zum 28. September zu sehen sein. Die Besichtigungszeiten entsprechen den Öffnungszeiten des Freiburger Münsters. Im MÜNSTERFORUM gibt es ab dem 23. April zusätzlich eine Fotoausstellung mit früheren Installationen der Künstlerin in Sakralbauten und Kathedralen.
Maier hat ähnliche Arbeiten schon in anderen Kathedralen und Kirchen aufgebaut: etwa im Wiener Stephansdom, im Bamberger Dom und in der Markuskirche in Hannover.