Kritik zum Umgang der CSU-Basis mit Muslim

 (DR)

In der CSU wächst die Kritik an der Ablehnung eines muslimischen Bürgermeisterkandidaten in Wallerstein im Landkreis Donau-Ries durch Teile der dortigen Parteibasis. CSU-Chef Markus Söder sagte laut Bayerischem Rundfunk am Rande der CSU-Klausurtagung im oberbayerischen Seeon: "Wer sich zu den Grundsätzen der CSU bekannt hat, der sollte auch ein guter Kandidat sein." Söder habe CSU-Generalsekretär Markus Blume beauftragt, den Vorgang aufzuarbeiten.

Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel hatte zuvor der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag) mitgeteilt: "Ich halte es für grundfalsch, einen Kandidaten wegen seines Glaubens auszuschließen, wenn er sich zu unseren Werten bekennt." Gerade heute, da ein Dialog zwischen den Weltreligionen dringend nötig sei, dürfe derlei nicht passieren. "Sogar bei den Oberammergauer Passionsspielen dürfen Muslime mitmachen, dann muss das doch in der CSU auch möglich sein." Waigel ergänzte, die CSU sei zwar von Christen gegründet worden."Doch schon in den 50er Jahren hat der damalige CSU-Chef Hanns Seidl dafür gekämpft, dass Andersgläubige einen Platz bei uns haben." Das müsse heute erst recht gelten. (kna/Stand 06.01.2020)