Krisentreffen zur Zukunft katholischer Kirchenfinanzen

"Herausfordernde finanzielle Situation"

Spitzenvertreter der katholischen Kirche in Bayern haben in Nürnberg ein außerordentliches Krisentreffen abgehalten. Die Haushaltslage ist angespannt, wobei es nicht jedes Bistum gleich stark getroffen hat.

Symbolbild Finanzen / © wutzkohphoto (shutterstock)

Bei dem Treffen ging es laut Pressemitteilung der Freisinger Bischofskonferenz vom Freitag "um die herausfordernde finanzielle Situation" der sieben Bistümer im Freistaat und ihre Gemeinschaftsaufgaben, die durch den sogenannten Überdiözesanen Fonds (ÜDF) wahrgenommen werden. Über Details der Zusammenkunft wurde nichts bekannt.

Einnahmen deutlich gesunken

Ein Sprecher der Bischofskonferenz verwies auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf die Herbstvollversammlung der bayerischen Bischöfe Anfang November in München. Bis dahin soll es "konkrete Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise geben".

An der Unterredung nahmen den Angaben zufolge die Diözesanbischöfe und ihre Finanzdirektoren teil, außerdem Vertreter der diözesanen Steuerausschüsse, der Generalvikare, des Landeskomitees der Katholiken und des Katholischen Büros Bayern.

Kirchensteuer (dpa)
Kirchensteuer / ( dpa )

Die Corona-Pandemie und eine anhaltend hohe Zahl von Kirchenaustritten haben die Einnahmen der Bistümer deutlich verringert.

Einrichtungen erhalten Zuschüsse

Über den ÜDF erhalten in Bayern mehr als 60 katholische Einrichtungen Zuschüsse. Zu den größten Empfängern zählen die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), die Katholische Stiftungshochschule München und die Katholische Akademie in Bayern.

Symbolbild Geld und Kirche / © Julia Steinbrecht (KNA)
Symbolbild Geld und Kirche / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Geld erhalten aber auch Verbände wie Pfadfinder und Kolping für ihre Landesgeschäftsstellen. Jedes Jahr werden mehr als 40 Millionen Euro verteilt.

2022 sollte der Etat des ÜDF noch einmal auf 42,2 Millionen Euro steigen. Vor einem Jahr hatten die bayerischen Bischöfe beschlossen, die Zuschüsse bei den meisten Empfängern um fünf Prozent zu kürzen, die Hochschulen aber ausgenommen.

Bayerische Bischofskonferenz

In der Freisinger Bischofskonferenz, historisch auch als Bayerische Bischofskonferenz bezeichnet, sind die Bischöfe der südbayerischen Erzdiözese München und Freising mit den Suffraganen Regensburg, Passau und Augsburg sowie die fränkische Erzdiözese Bamberg mit den Suffraganen Würzburg, Eichstätt und Speyer vertreten. Ihr Vorsitzender ist der Erzbischof von München und Freising (seit 2008 Erzbischof Reinhard Kardinal Marx), Stellvertreter ist der Metropolit der nordbayerischen Kirchenprovinz Bamberg (seit 2002 Erzbischof Ludwig Schick).

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, während des Gottesdienstes anlässlich der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 8. März 2022 in der Basilika Vierzehnheiligen. / © Julia Steinbrecht (KNA)
Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, während des Gottesdienstes anlässlich der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 8. März 2022 in der Basilika Vierzehnheiligen. / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA