Kretschmann will mit Franziskus über Nachhaltigkeit sprechen

Grüne Schnittmenge mit dem Papst

Winfried Kretschmann ist bekennender Katholik, ist engagiert im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und ist dem Papst sehr verbunden. Bei einer Privataudienz mit Franziskus möchte er auf Grundlage des päpstlichen Lehrschreibens "Laudato si" nachhaltiges Wachstum besprechen.

Winfried Kretschmann / © Christoph Schmidt (dpa)
Winfried Kretschmann / © Christoph Schmidt ( dpa )

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann besucht am Freitag Papst Franziskus. Bei einer Privataudienz im Vatikan wolle der Grünen-Politiker mit Franziskus über dessen Umwelt-Enzyklika "Laudato si" (2015) sprechen und für ein intelligentes Wirtschaftswachstum eintreten, teilte das Staatsministerium in Stuttgart auf Anfrage mit. Zuvor nimmt der bekennende Katholik Kretschmann am Donnerstag an einem Abendgebet mit dem Papst anlässlich des Gebetstages zur Bewahrung der Schöpfung teil. Franziskus hatte diesen Aktionstag vergangenes Jahr für die katholische Kirche eingeführt.

Zusammen mit CDU-Minister

Begleitet wird Kretschmann von Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) sowie Innen- und Migrationsminister Thomas Strobl (CDU). Auf dem Programm der zweitägigen Reise stehen auch Begegnungen mit Roms neuer Bürgermeisterin Virginia Raggi und dem italienischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda. - Mit Kardinal Peter Turkson, Präsident des Päpstlichen Rats für Menschenrechts- und Umweltfragen, wolle Kretschmann umweltpolitische Fragen erörtern, hieß es. Weiter sei ein Besuch bei der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio im römischen Stadtteil Trastevere geplant.

Die Gemeinschaft setzt sich unter anderem für "humanitäre Korridore" für Flüchtlinge sowie für interreligiösen Dialog ein.

Gespräch über nachhaltiges Wachstum

Hauptthemen des Besuchs von Kretschmann seien die Entwicklung Europas mit besonderer Perspektive auf Migration und Flüchtlinge sowie klima- und umweltpolitische Fragen. Beim Papst wolle der Grünen-Politiker für eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch eintreten und mit Blick auf das Lehrschreiben "Laudato si" über Möglichkeiten eines nachhaltigen Wachstums sprechen, so eine Sprecherin des Staatsministeriums.

Im März 2013 hatte Kretschmann als Bundesratspräsident an der Messe zur Amtsübernahme von Papst Franziskus in Rom teilgenommen. In dem zeitlichen Umfeld sagte er in einem Interview, die katholische Kirche müsse mit Kritik "endlich mal umgehen lernen". Zudem sprach er sich für eine Wahl von Bischöfen durch das Kirchenvolk und für die Gleichstellung von Frauen innerhalb der Kirche aus. Kretschmann ist Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). - Mit seinem Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) besuchte Kretschmann im September 2010 Benedikt XVI. (2005-2013) in Castel Gandolfo.


Quelle:
KNA