Israel schließt Tempelberg vorerst für jüdische Besucher

Konflikte im die "Heilige Stätte"

Aus Angst vor weiteren Spannungen hat Israel den Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem vorerst für jüdische Besucher geschlossen. Eine Ausnahme soll am sogenannten Jerusalemtag gemacht werden, berichtete die Zeitung "Times of Israel".

Menschenleerer Tempelberg / © Andrea Krogmann (KNA)
Menschenleerer Tempelberg / © Andrea Krogmann ( KNA )

Der Jerusalemtag, der in diesem Jahr am Abend des 9. Mai beginnt, erinnert an die Annektierung Ostjerusalems durch Israel im Sechstagekrieg (1967).

Seit Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan Mitte April war es in Jerusalem wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Palästinenser hatten gegen die polizeiliche Absperrung des Platzes vor dem Damaskustor zur Jerusalemer Altstadt protestiert, der zu den beliebtesten öffentlichen Plätzen im Ramadan gehört.

Zusammenstöße wegen Veröffentlichung von Videos

Zudem war es zu Zusammenstößen zwischen rechten jüdischen Demonstranten und palästinensischen Gegendemonstranten gekommen. Auslöser der Auseinandersetzungen waren Videos in sozialen Netzwerken, die Angriffe palästinensischer Jugendliche auf strengreligiöse Juden dokumentieren.

In der Nacht zum 8. Mai feiern Muslime mit der "Lailat al-Qader" die Nacht der Offenbarung des Korans, in der traditionell Tausende Muslime zum Gebet zum Tempelberg kommen. Der Fastenmonat Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens (Eid al Fitr), das voraussichtlich am Abend des 12. Mai beginnt.

Immer wieder Auseinandersetzungen

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. An Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg sowie an jüdischen Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

Quelle:
KNA
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