Durch ein großes Fenster am Roncalliplatz kann seit heute Morgen dem deutsch-italienischen Restaurationsteam des Dionysosmosaiks im Römisch-Germanischen Museum über die Schulter geblickt werden. Die Fachleute werden in den nächsten vierzehn Tagen das letzte Drittel des Kölner Bodenkunstwerks restaurieren.
Neben Kölner Experten arbeiten Wissenschaftler vom römischen Institut für Kulturgüter an dem Werk. Die Zusammenarbeit existiert nach Angaben eines Museumssprechers bereits seit 50 Jahren. Schon 1958/59 entwickelten und realisierten Fachleute des römischen Instituts in Köln Methoden für die Konservierung des Dionysosmosaiks.
Die umherfliegende Holzabdeckung eines Brunnens auf der Domplatte hatte am18. Januar 2007 bei dem Orkan «Kyrill» drei große Fenster des Museums durchschlagen. Die bis zu 70 Kilogramm schweren Holzbohlen und die Sperrholzplatten fielen ebenso wie die Glasscherben auf das 75 Quadratmeter große Mosaik.
1941 freigelegt
An rund 120 Stellen zeigten sich mehrere Millimeter tiefe Schürfspuren und Kratzer. Das namensgebende Bildmotiv, der betrunkene und von einem Satyr gestützte Weingott Dionysos, blieb allerdings nahezu unversehrt. Jeder der rund 1,5 Millionen verbauten Mosaiksteine musste überprüft werden. Die Restaurierung der ersten beiden Drittel geschah mit Unterstützung von Studenten vom Fachbereich Konservierung und Restaurierung der Fachhochschule Erfurt.
Das Dionysos-Mosaik war 1941 bei Bauarbeiten für einen Luftschutzbunker am Kölner Dom freigelegt worden. Später wurde das Römisch-Germanische Museum um das Fundstück herumgebaut. Das neun Millimeter dicke Werk gilt als einer größten und besterhaltenen römischen Böden nördlich der Alpen. Sein Wert wird von Museumsdirektor Hansgerd Hellenkamp mit etwa 15 Millionen Euro angegeben. Während des Weltwirtschaftsgipfels 1999 in Köln kamen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten auf dem Dionysos-Mosaik zu einem festlichen Essen zusammen.
Kölner Mosaik-Restaurierung in Schlussphase
Dionysos bald in neuem Glanz
Sturm "Kyrill" und die letzten Ausläufer seiner Folgen: Ab heute wird das letzte Drittel des Dionysosmosaiks im Kölner Römisch-Germanischen Museum restauriert. Das auf 15 Millionen Euro Wert geschätzte Kunstwerk gilt als einer der besterhaltenen römischen Böden nördlich der Alpen.
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