Kölner Domdechant Kleine trauert um Hans Süper

"Vielleicht wird jetzt im Himmel noch ein bisschen mehr gelacht"

Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine trauert um den auch überregional bekannten Musiker, Komiker und Karnevalisten Hans Süper. Er starb am Wochenende im Alter von 86 Jahren. Im Kölner Karneval hinterlässt er bleibende Spuren.

Das Colonia-Duett, bestehend aus Hans Süper (l) und Hans Zimmermann, bei einem Auftritt im Jahre 1989 / © Horst Galuschka (dpa)
Das Colonia-Duett, bestehend aus Hans Süper (l) und Hans Zimmermann, bei einem Auftritt im Jahre 1989 / © Horst Galuschka ( dpa )

DOMRADIO.DE: Wie gut kannten Sie Hans Süper?

Domdechant Robert Kleine / © Beatrice Tomasetti (DR)
Domdechant Robert Kleine / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Msgr. Robert Kleine (Kölner Stadtdechant): Wir haben uns kennen und schätzen gelernt, seitdem ich hier seit 2012 Stadtdechant bin. Süper hatte sich 2004 zurückgezogen, ist dann aber 2013 bei der Proklamation des Dreigestirns aufgetreten. Er ist danach immer wieder in anderen, kleineren Formaten aufgetreten. Dort haben wir uns oft getroffen.

Ich war sehr dankbar und auch berührt, als er mich als Gast dazu eingeladen hat, als er sich anlässlich seines 85. Geburtstags im letzten Jahr ins Goldene Buch der Stadt Köln eingetragen hat. Da durfte ich mit dabei sein.

DOMRADIO.DE: Hatten Sie auch die Gelegenheit, mit ihm über Gott und die Welt zu plaudern? Oder auch über seinen Glauben?

Hans Süper im Alter von 86 Jahren gestorben

Eine Größe des rheinische Karnevals ist tot: Der Musiker und Komiker Hans Süper (86/"Colonia Duett") ist am Sonntag gestorben. Das wurde auf seiner offiziellen Facebook-Seite und vom Festkomitee Kölner Karneval mitgeteilt. "Der Kölner Karneval trauert um Hans Süper", teilte das Komitee mit. "Sein Humor war einmalig und seine Rolle auf der Bühne nie erreicht."

Hans Süper gestorben / © Horst Galuschka (dpa)
Hans Süper gestorben / © Horst Galuschka ( dpa )

Kleine: Er hatte schon seine kritischen Anfragen. Aber er hatte den Glauben und die Hoffnung, dass eben nicht alles mit dem Tod vorbei ist. Er glaubte daran, dass es Gott gibt und dass wir bei ihm eine Heimat haben.

Ich habe mit ihm nicht über seine Krankheit gesprochen. Das war gar kein Thema. Er hat seine Sicht, die Dinge in den Blick zu nehmen, gesagt.

Ich glaube, dass er in seinem Herzen jemand war, der eine große Hoffnung hatte. Und ich hoffe natürlich jetzt, dass sich diese Hoffnung bei ihm auch erfüllt.

DOMRADIO.DE: Was bedeutet der Tod dieses großen Karnevalisten denn für die Kölner Stadtgesellschaft?

Kleine: Ich glaube, er war jemand, der überall gern gesehen war. Die Augen strahlten schon, wenn er irgendwo am Rand stand, entweder als Mitfeiernder bei einer Karnevalsveranstaltung oder selbst auftrat.

Ich war selber vor zwei Jahren bei einem Konzert dabei. Mit Ludwig Sebus, dem anderen Grandseigneur des kölschen Karnevals, hat er gemeinsam Lieder gesungen und die Leute waren einfach begeistert.

Ich glaube, er fehlt dem Karneval. Natürlich ist das Colonia-Duett schon Geschichte, aber man lebt auch aus der Geschichte. Das ist, glaube ich, ein Ansporn, noch einmal zu solchen Formaten zu finden.

Eine Rede, die auch etwas albern ist, aber über die man lachen kann, fehlt auch noch ein bisschen im Karneval. Vielleicht traut sich jemand, auch wenn nicht mit einer "Flitsch" (Kölscher Dialektausdruck für eine Mandoline, Anm. d. Red.), dann doch mit einem anderen Instrument in diese sehr großen Fußstapfen zu treten.

Wir kennen es aus dem Matthäusevangelium, dass Jesus sagt: "Ich war allein und ihr habt mich besucht, ich war krank und ihr habt mich besucht." Oder: "Ich war hungrig, habe zu essen gegeben." Ich kann mir vorstellen, dass zu den Dingen, die wir machen können, auch zählt: Ich war mutlos oder ich war traurig und du hast mich zum Lachen gebracht.

Ich glaube, in dem Sinne war Hans Süper einer, der Millionen über Jahrzehnte zum Lachen gebracht hat. Das ist auch ein Talent. Er hat sein Talent nicht vergraben, sondern wirklich gut zusammen mit seinem Freund Zimmermann als "dem Ei" eingesetzt, aber auch wenn er als Solist unterwegs war.

Dafür ein herzliches Vergelt's Gott, lieber Hans, und vielleicht wird jetzt im Himmel noch ein bisschen mehr gelacht als schon bisher.

Das Interview führte Dagmar Peters.

Quelle:
DR