Kölner Diözesanrat vermietet Nikoläuse für guten Zweck

"Rent a Nikolaus"

Für Nikolausfeiern kann man sich beim Kölner Diözesanrat einen Nikolaus mieten. Von den Erlösen wird unter anderem Kleidung für bedürftige Kinder angeschafft. Norbert Michels will aber auch zeigen, was Kirche eigentlich ausmacht.

Ein Mann, als Sankt Nikolaus verkleidet, mit Bischofsstab und goldenem Buch / © Harald Oppitz (KNA)
Ein Mann, als Sankt Nikolaus verkleidet, mit Bischofsstab und goldenem Buch / © Harald Oppitz ( KNA )

DOMRADIO.DE: Sie starten in diesem Jahr zum zweiten Mal die Aktion "Rent a Nikolaus". Interessierte können sich über den Diözesanrat einen waschechten Nikolaus mieten.

Norbert Michels (Geschäftsführer und Nikolaus des Diözesanrats Köln): Ich habe mir die ganze Woche dafür Zeit genommen. Das Tagesgeschäft muss weitergehen, aber ich habe tolle Mitarbeiterinnen, die das auffangen. Interessierte können sich unter Info@Diözesanrat oder unter der Telefonnummer 0221-2576111 melden. Sie können uns auch über Facebook anschreiben und dann werden wir reagieren und entsprechend den Nikolaus vorbeischicken.

Norbert Michels, Geschäftsführer Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln / © Theresa Meier (DR)
Norbert Michels, Geschäftsführer Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln / © Theresa Meier ( DR )

DOMRADIO.DE: Sie, Herr Michels, sind es, der in die Rolle des Heiligen Bischofs von Myra schlüpfen wird. Was ist das Reizvolle an dieser Figur? Warum machen Sie das so gern?

Michels: Früher war der Nikolaus eine drohende und strafende Figur, die vor den Kindern stand. Dieses Bild möchte ich aufheben. Stattdessen möchte ich den Nikolaus als die Figur darstellen, die wir als Heiligen verehren. Als einen Menschen der Gutes getan hat, der den Menschen zugewandt war, der auf die Menschen zugegangen ist. Das ist mir wichtig, dass das so rüberkommt und darum mache ich das auch so gerne.

DOMRADIO.DE: Sie sind offen für alle möglichen Anfragen. Man könnte beispielsweise für die Enkel anfragen?

Michels: Ich mache das jetzt schon seit 20 Jahren und bin auch schon in Hospizen gewesen. Das ist eine besondere Herausforderung, wenn man sterbende Menschen besucht. Ich bin aber auch schon in Kindertagesstätten gewesen, in Schulen, ich wurde vom Rotary Clubs angefragt, dieses Jahr habe ich eine Anfrage von börsennotierten Unternehmen bekommen. Ich bin offen für alles. Es muss nur zeitlich passen.

DOMRADIO.DE: Und Sie gehen dann auch auf individuelle Wünsche ein.

Michels: Da gehe ich drauf ein. Und das Geld sammle ich für einen guten Zweck.

DOMRADIO.DE: Wer sie anheuert, tut gleichzeitig was Gutes. Letztes Jahr haben Sie Geld für die Flutopfer gesammelt. Wofür sammeln Sie dieses Jahr?

Michels: Dieses Jahr haben wir das auf zwei Anliegen aufgeteilt. Uns ist das gar nicht so bewusst, dass es in unserer so satten Gesellschaft noch Kinder und Jugendliche gibt, die sich keine warme Kleidung leisten können. Deswegen sammle ich für die Winter-Nothilfe der Katholischen Jugendagentur Köln und im Erftkreis. Das Geld fließt in warme Mäntel und Kleidungsstücke für Kinder und Jugendliche.

Außerdem sammle ich für Kinder, die derzeit in der Bildungsstätte Kreisau sitzen und von ihr unterstützt werden. Das sind Kinder, die vom Ukrainekrieg gebeutelt sind und zum Teil ihre Eltern verloren haben.

DOMRADIO.DE: Außerdem wollen Sie ganz allgemein für die Kirche Werbung machen?

Michels: Wir haben dafür auch ein Video gedreht, dass auf YouTube und Facebook veröffentlicht wird. Dafür bin ich ganz bewusst in eine Kirche gegangen, in die "Crux", eine sehr schöne Jugendkirche in Köln.

Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, weil eine Kirche für mich nicht nur als Nikolaus-Darsteller, sondern auch als Mensch, ein besonderer Ort ist, wo man zur Ruhe kommen kann, wo man über Gott und die Welt nachdenken kann, wo man ein kleines Gebet sprechen kann, wo man auch seine Nöte, seine Ängste, seine Sorgen ablassen kann.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

Quelle:
DR